Tennisspielern, insbesondere Vereinsmitgliedern muss Max Sander nicht lange die Vorzüge der Anlage auf dem Bongertwasen erklären. Die Spieler wissen sie zu schätzen. 15 durch Ballfangzäune voneinander abgetrennte Sandplätze umgeben von hohen Bäumen und dem Idyll einer intakten Natur betteln danach, bespielt zu werden.

Noch sind die Netze im Winterquartier, einige der weißen Linien sind vom Rot der Asche bedeckt, doch Ende April (am 30.) ist Saisoneröffnung, dann ist alles akkurat hergerichtet, verspricht Max Sander. Er ist Präsident des Clubs und wünschte sich manchmal etwas mehr Aufmerksamkeit. Sein Verein hat derzeit etwa 400 Mitglieder. Das bewertet er als nicht schlecht, aber ausgelastet ist das Gelände damit keineswegs.

Anfang der 1990er Jahre waren es 1000. „Zu unseren besten Zeiten“, wie sich Max Sander erinnern würde, wäre er damals schon in Metzingen gewesen. Da er zu jener Zeit aber noch in der Nähe von Braunschweig gelebt hat, kennt er die besten Zeiten nur vom Hörensagen. Die 1000er-Marke würde er gerne nochmal knacken, damit es mal wieder etwas drängelig wird auf den Plätzen und drumherum.

Damals in den 90ern verwandelte sich der zuvor ausnahmslos vornehme weiße Sport zusehends. Die Attitüde des Snobistischen verlor sich mit jedem Becker-Hecht mehr. Wenn Boris sich aus dem Staub der Ascheplätze erhob, erinnerten er und sein Leibchen an raue Fußball-Vorstopper, die beim Grätschen ganze Strafräume umpflügten. Das kam bei den Menschen an. Ganze Familien versammelten sich vor den Fernsehapparaten, wenn Becker spielte. Bei Steffi Graf oder Michael Stich war es etwas später genauso. Tennis boomte, Eltern meldeten ihre Kinder beim Tennis an.

Diese Euphorie ist erloschen, selten übertragen öffentlich-rechtliche Anstalten Tennis. Vielleicht mal während der Olympischen Spiele. Doch der Sport ist ideal für all die, die auch jenseits ihrer Jugend noch aktiv sein möchten, sagt Max Sander. Viele beginnen ihn zu erlernen, wenn beispielsweise im Handball oder Fußball nichts mehr geht. Das sind Mannschaftssportarten, da gehört ins Team, wer die Leistung bringt. Ansonsten bleibt die Altherren-Alternative, die allein schon wegen der Bezeichnung nicht schmeichelhaft ist. Tennis geht hingegen immer, sagt Max Sander. Man braucht nur passende Partner.

Die findet man eventuell bei Rainers Tennistreff. So heißt eines der Angebote des Tennisclubs. Es richtet sich auch an erwachsene Anfänger, die mal reinschnuppern möchten. Es ist nicht wesentlich mehr mitzubringen als Turnschuhe mit feinem Profil, Zeit und Lust. „Schläger und Bälle haben wir“, verspricht der Präsident. Freilich ist Tennis immer noch teurer als viele andere Sportarten. Erwachsene bezahlen als Vollmitglied 350 Euro im Jahr. Viel Geld? Das, so Sander, ist relativ, denn den Mitgliedern wird einiges geboten. Die Anlage kann man täglich nahezu uneingeschränkt nutzen. Und wer bei einem Match unterliegt, kann im vereinseigenen Restaurant seine Spielschulden in Form eines Bieres (der gängige Wetteinsatz) tilgen.

Beliebt ist der so genannte Spieletreff. Zehn bis 20 Sportler kommen da zusammen und machen unter sich Paarungen aus. So entstehen Einzel-, Doppel- oder Mixed-Partien, die zu verlieren möglicherweise ein Getränk nach Wahl kostet.

Vom 29. Juli bis 1. August treten zwischen 400 und 500 Teilnehmer beim Metzinger Open an. Das Turnier ist hochkarätig besetzt und kann mit der Qualität der Liga-Spiele mithalten. Da taucht mancher künftige Weltranglistenspieler auf, der sich wichtige Punkte auf dem Weg nach oben holen möchte. Übrigens hat die Weltklassespielerin Laura Siegemund in Metzingen Tennis spielen gelernt. Noch heute trainiert sie auf dem Gelände mit ihrem Heim-Trainer Markus Gentner, sofern sie in der Gegend ist.

Die Weltklasse trifft sich ab Samstag in Stuttgart zum Porsche-Cup. Eine Delegation vom TC Metzingen ist auch dabei. Eingeladen sind Betreuer sowie Jugendliche und Kinder, die Angelique Kerber aufs Spielfeld geleiten dürfen. Sie haben auch Zugang zur VIP-Lounge und haben freien Zugang zu allen Spielen. „Wir haben uns darum beworben“, sagt Max Sander und freut sich, weil der TC Metzingen wie in den vergangenen Jahren auch berücksichtigt wurde. Für ihn ist das ein Zeichen der Wertschätzung. Der TC ist in der Region anerkannt. Wer den Verein kennenlernen möchte, ist jederzeit zum Schnuppern eingeladen.

Der Tennisclub am Bongertwasen


Wer sich dem TC Metzingen anschließen möchte oder unverbindlich mal reinschauen möchte, kann sich auf der Homepage des Vereins unter „www.tcmetzingen.de“ informieren. Vereins-Präsident Max Sander verspricht, dass Anfragen via E-Mail „vorstand@tcmetzingen.de“ schnellstmöglich beantwortet werden.

Saisoneröffnung ist am 30. April mit einem vereinsinternen Turnier für Mitglieder. Anschließend gibt es ein italienisches Büfett im Vereinsrestaurant „La Bruschetta“.