Der Grafenberger Unternehmer und langjährige Gemeinderat Rudolf Rampf versteht die Welt nicht mehr. Er besitzt ein Grundstück sowie ein leerstehendes Industriegebäude im  Gewerbegebiet ganz in der Nähe des Albhotel Fortuna, und für dieses Areal hat er eine Vision entwickelt.

Vision für die Zukunft

Die Büroräume über der Gewerbehalle würde er gerne zu einer Physiotherapiepraxis umbauen. Eine Interessentin, „die mit den Füßen scharrt“ hätte er schon, wie er erzählt. Deren aktuelle Praxis sei räumlich sehr beengt, zudem habe sie ohnehin viele Patienten aus Riederich, was einen Umzug nahe legt. Des Weiteren schwebt Rampf vor, dort ein Ärztehaus zu errichten, in dem sowohl Allgemeinmediziner als auch ein Augenarzt unterkommen könnten. „Das ist meine Vision für die Zukunft, für die ich auch bereit wäre, zu investieren.“ Bereits vor einem Jahr hat er eine Bauvoranfrage gestellt, die von Bürgermeister Tobias Pokrop abgelehnt worden ist.

Arztpraxis in der Ortsmitte

„Diese Planungen widersprechen dem, was wir als Gemeinde vorhaben“, erklärt der auf Nachfrage unserer Zeitung, „wir wollen diese Arztpraxis in der Ortsmitte integriert wissen“. Das Pflegeheim mitsamt Tiger, betreutem Wohnen und mehr soll eine Rundumversorgung im Zentrum bieten. Die abschließende Baugenehmigung steht zwar noch aus, außerdem ist das Vertragswerk kompliziert und hat noch Abstimmungsbedarf, aber das Vorhaben befindet sich auf dem Weg. Darum will man nun keine Konkurrenz für das Vorhaben im Gewerbegebiet zulassen. „Ich mache doch keine Konzeption über viele Jahre hinweg und stampfe diese jetzt ein“, sagt Pokrop. Das Gewerbegebiet sei zu weit außerhalb, zudem läuft dort  im Moment ein Änderungsverfahren für den Bebauungsplan. „Wir haben dort zu viele unproduktive Nutzungen“, so Pokrop, das würde man gerne ändern, denn ein Gewerbegebiet diene dazu, Arbeitsplätze und Steuern zu generieren. Darum wolle man dort weder ein Ärztehaus noch eine Physiotherapiepraxis genehmigen. „Die Würfel sind gefallen“, sagt Pokrop.

Keine Parkplatzprobleme

Davon lässt sich Rudolf Rampf allerdings nicht beirren, denn er bezweifelt, dass die Planungen auf dem Baldaufareal umgesetzt werden, er also mit seinem Ärztehaus schneller sein könnte. „Ich habe jetzt einen offiziellen Antrag gestellt, ich möchte das Thema durchziehen“, betont er. Das Areal am Rande des Industriegebiets  sei bestens geeignet, vor allem gebe es auch keine Parkplatzprobleme, wie in der Ortsmitte. „Das wäre eine Riesenchance für Riederich“, ist er überzeugt, „Grafenberg würde sich nach so etwas die Finger schlecken.“ Er selbst hat acht Jahre in der Gemeinde gelebt, ist dann mit seiner Firma in Grafenberg ansässig geworden. Doch nach wie vor fühlt er sich mit der Kommune verbunden. Die Halle im Erdgeschoss seines Gebäudes wird momentan von ihm privat genutzt. Die Gründe für die Ablehnung kann er nicht nachvollziehen, immerhin sei ein solches Projekt auch zum Wohl der Bürger, so könne die ärztliche Versorgung gesichert werden. Er hat sich an die Gemeinderäte gewandt, seine Pläne und die Vorhaben vorgestellt.

Enttäuscht war er besonders, dass Bürgermeister Pokrop auf keinen seiner Briefe geantwortet hat. Es habe nur ein Telefonat gegeben, in dem ihm gesagt worden sei, dass eine solche Investition nicht gewünscht sei. Ansonsten habe es keinen Kontakt gegeben. „Was sind denn das für Umgangsformen?“, hakte er in der Sitzung des Gemeinderats in der Fragestunde nach. Tobias Pokrop erwiderte, dass es seit dem Telefonat keine neue Entwicklung gegeben habe, darum habe er nicht geantwortet. „Wir haben eine andere Zielsetzung“, erklärte er Rampf in der Bürgerfragestunde. Dies sei auch so mit dem Gemeinderat abgestimmt. Das Ärztehaus soll demnach in zentraler Lage gebaut werden, der von Rampf anvisierte Standort werde nicht weiter verfolgt. „Sie haben ein Gewerbegebäude im Gewerbegebiet Brühl gekauft“, erklärte er Rampf gegenüber in der Sitzung. Darum hätten dort gewerbliche Nutzungen absoluten Vorrang.

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