Gemeinderat „Linke Tasche – rechte Tasche“

Der Kindergarten Alemannenstraße zeiht sich hin. Foto: Angela Steidle
Der Kindergarten Alemannenstraße zeiht sich hin. Foto: Angela Steidle © Foto: Foto: Angela Steidle
Angela Steidle 29.10.2016

Der Gemeinderat steht regelmäßig vor der Wahl, keine Wahl zu haben, weil unterschiedliche und für manche Gewerke gar keine Angebote abgegeben werden. Auch die Unterteilung in Haupt- und Nebenangebote führt bei manchen Anbietern zu Preisstürzen. So beim Vergabeverfahren für die Sanierungsarbeiten am Hochbehälter Eichwasen. Bei der Bautechnik hatte das Stuttgarter Unternehmen Rommel für brutto 18 800 Euro eingegeben, die Konkurrenz aus Kißlegg für 26 000 Euro. Im Nebenangebot purzelte deren Kalkulation auf 18 100 Euro. Aqua Stahl bekam den Zuschlag als billigster Bieter.

Kurios die Vergabe bei der Entsorgung der Hydraulik: Gottlob Rommel Umwelttechnik hatte für über 11 000 Euro eingereicht. Das Plochinger Unternehmen Kaatsch ging mit 3300 Euro ins Ziel. Die Planer Miebach und Blankenhorn traten beim Vorzeigestück der neuen Radbrücke über dem Neckar als elegante, geschwungene Holzkonstruktion mit der Gottlob Brodbeck GmbH in Metzingen an. Mit einer geprüften Angebotssumme in Höhe von rund 1,23 Millionen Euro. „Bauchschmerzen“ hatten der ein oder andere Gemeinderat sowie Bauamtsleiter Jürgen Brandt beim Blick zurück auf abgerechnete Baustellen des Metzinger Generalunternehmers. Die Sparte Brückenbau, erklärten die Planer irritiert, sei eine Sache für sich, die Angebote eingehend geprüft. Für das zukunftsweisende Brückenbauwerk erhält die Gemeinde Neckartenzlingen Zuschüsse aus zwei Schatullen: 236 000 Euro von der Region Stuttgart und nochmal 467 000 Euro vom Regierungspräsidium.

Wie es auf der Endlosbaustelle „Kindergarten Alemannenstraße“ mit ihren vielen bösen Überraschungen weitergehen wird? Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen, die Vergabe für die Außenanlagen zurückzustellen.

Der betraute Architekt hatte einzig beim beauftragten Rohbau-Unternehmen einen Kostenvoranschlag eingeholt mit der Begründung, dass aus dem Hauptauftrag Leistungen in Höhe von rund 31 000 Euro nicht abgerufen worden seien. Der verhandelte Nachtrag für die Außenanlagen käme auf 37 600 Euro, wobei Erdarbeiten und der Bau der Zaunanlage auch vom Bauhof erstellt werden könnten. 

Einzig die Vergabe der Tiefbauarbeiten am Busbahnhof in der Ostpreußenstraße ging im Gemeinderat zügig über den Tisch.  Den Zuschlag erhielt das Stuttgarter Unternehmen Julius Bach zum Wert von rund 492 000 Euro brutto.