Hülben "Alb on Fire": Know-how für die Verkündung vermitteln

Hülben / ALEXANDER THOMYS 31.08.2016
Ihren Glauben zu Gott feiern und weitergeben: Das wollen rund 100 Jugendliche beim Kongress "Alb on Fire" im evangelischen Gemeindehaus in Hülben.

Noch bis Donnerstag sind fast 100 Jugendliche im evangelischen Gemeindezentrum in Hülben untergebracht. Gemeinsam feiern sie ihren Glauben, leben die Gemeinschaft und bilden sich weiter. Denn die jungen Gläubigen sollen innerhalb des „Alb on Fire“-Kongresses nicht nur selbst für den christlichen Glauben brennen, sondern ihn zugleich an andere weitergeben. „Wir machen uns sozial-missionarisch auf den Weg“, erklärt Christoph Kullen. Der 35-Jährige vom CVJM Hülben hat den Kongress, der in diesem Jahr in seine zweite Auflage geht, mit ins Leben gerufen.

In kleinen Gruppen werden die Teilnehmer daher ab Donnerstag auf der Alb unterwegs sein. „Gemeinden konnten  sich bei uns bewerben, ebenso wie christliche Vereine und Freikirchen“, erklärt Kullen. „Zusammen mit den Gemeinden wurde dann ein individuelles Programm geplant.“ In diesem Jahr werden die Jugendlichen nun in Bad Urach, in Engstingen, Aalen und Derendingen eine Woche lang soziale Projekte unterstützen, Asylcafés besuchen und dabei für ihren Glauben werben. Auch eine Putz-Aktion ist geplant. In Bad Urach werden Spielstationen aufgebaut. Eine fünfte Gruppe indes kann sich auf keine Planung verlassen – sie wird sich spontan „von Gott leiten lassen“, beschreibt Kullen. „Sie haben immer die spannendsten Erlebnisse“, so der 35-Jährige. „Sie wissen zu Beginn nicht viel und erbitten alles von Gott.“

Zunächst müssen die Jugendlichen aber auf diese Aufgabe vorbereitet werden. Dazu dient die erste Kongresswoche, bei welcher die Jugendlichen im evangelischen Gemeindehaus und in Wohnwagen untergebracht sind. Deshalb ist auch die Kirchstraße gesperrt, weshalb Organisator Kullen nicht nur der evangelischen Kirchengemeinde, sondern auch der weltlichen Gemeinde für ihre Unterstützung dankt. Sowohl der Bauhof als auch die Freiwillige Feuerwehr helfen mit Material und Know-how aus.

Optimale Bedingungen für die 14 bis 21 Jahre alten Teilnehmer also. Sie starten täglich mit einer „stillen Zeit“ in den Tag. Nach dem Frühstück folgen gemeinsame Lieder und eine „ganz bewusste Bibelarbeit mit verschiedenen Referenten“, wie Kullen erzählt. Dabei werden auch biblische Bilder erklärt: Etwa das der martialisch anmutenden Zerteilung von Tieren. „So wurden früher Verträge abgeschlossen“, erklärt Referent Silas Eichel. Das Durchschreiten der Tierhälften symbolisierte, was mit den Partnern bei Vertragsbrüchigkeit passieren sollte.

„Wir haben ein sehr herausforderndes Programm, bei dem die Teilnehmer an die Selbstständigkeit herangeführt werden und Vertrauen in ihren Glauben bekommen – und darin bestärkt werden, ihn weiterzugeben“, erläutert Kullen das Konzept, das er zusammen mit Stefan Lepp vom Glaubenszentrum Mühle Weingarten erarbeitet hat. Die 60 Teilnehmer werden dabei von 40 weiteren, meist ebenfalls noch jungen, Mitarbeitern angeleitet. „Wir finden immer genügend freiwillige Mitarbeiter – selbst für den Putzdienst“, ist Kullen dankbar.

Sie alle wollen den Teilnehmern vermitteln „selbstbewusst durch das Leben zu gehen und dabei die Gesellschaft positiv mitzugestalten und Verantwortung zu tragen.“ Mit diesem Engagement wolle man „ein Zeichen setzen in einer Gesellschaft, die das Lebensbejahende ein Stück weit verloren hat“, erklärt Lepp im Hinblick auf die Diskussionen um die Sterbehilfe und in Sachen Abtreibungen. „Da wollen wir dagegen halten. Gott hat das Leben für alle in Fülle geschenkt.“

Ein Konzept, das bei den Jugendlichen aufzugehen scheint. Das zeigt auch ein Blick in das vergangene Jahr, als „Alb on Fire“ erstmals stattfand. Fast die Hälfte der damaligen Teilnehmer ist in diesem Jahr wieder mit dabei, viele davon als Mitarbeiter oder gar als Referenten.  „So haben wir frischen Wind durch neue Teilnehmer, die aus ganz Süddeutschland und Franken zu uns kommen, es zeigt aber auch die Dankbarkeit der älteren Teilnehmer.“ Viele davon hätten ihr Leben nach dem Kongress zum positiven geändert, sich beispielsweise vom exzessiven Konsum von Alkohol verabschiedet.

Diese positive Wirkung wollen sie ab Donnerstag in den Albgemeinden auch an andere Menschen weitergeben. Im Blick haben sie dabei auch Flüchtlinge, für die es mehrsprachige Infomaterialien zum christlichen Glauben geben wird. Wie dieses Engagement wirkt, konnten zuerst die Hülbener sehen: Beim gemeinsamen Gottesdienst am vergangenen Sonntag. „Da war die Kirche rappelvoll“, sagt Kullen. Zuvor hatten die Hülbener übrigens auch mit Sammlungen im Gottesdienst geholfen, den Kongress finanziell zu stemmen.

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