Grabenstetten 40 Seiten voller Anregungen

Zwischen der Ortschaft Grabenstetten und dem künftigen Gewerbegebiet bleibt ein Grünstreifen erhalten (im Bild vorne), erst dann wird bebaut.
Zwischen der Ortschaft Grabenstetten und dem künftigen Gewerbegebiet bleibt ein Grünstreifen erhalten (im Bild vorne), erst dann wird bebaut. © Foto: Michael Koch
Grabenstetten / MARA SANDER 17.10.2014
Das Gewerbegebiet Rossgallenäcker II war Schwerpunktthema der Gemeinderatssitzung am Dienstag. Es ging um die Anregungen von Bürgerschaft, Behörden und Trägern öffentlicher Belange.

Nach nahezu einstündigem Durcharbeiten der 49-seitigen Beratungsvorlage für den Bebauungsplan "Gewerbegebiet Rossgallenäcker II" hat der Gemeinderat am Dienstag einstimmig den Abwägungsempfehlungen bezüglich der Anregungen seitens Bürgerschaft, Ämtern und Trägern öffentlicher Belange, den Änderungen im Umweltbericht und den Ausgleichsmaßnahmen im Gewann "Gsait" zugestimmt. Ziel sei es, Ende Januar den Bebauungsplan zu beschließen, so Bürgermeister Harald Steidl.

Allein die Anregungen, die während des Beteiligungsverfahrens eingegangen sind, umfassen 40 Seiten, die der Sachverständige, Andreas Rau, teilweise vorlas und erläuterte. Er erklärte beispielsweise, dass das Gewerbegebiet wie bereits besprochen über eine Linksabbiegespur in der Schlattstaller Straße und die Alfred-Möck-Straße erschlossen werden soll, aber die Anregung aus der Bürgerschaft, eine Tempo-30-Zone einzurichten, nicht Bestandteil des Bebauungsplanes sein könne. Darüber müsse im Gemeinderat an anderer Stelle beraten und entschieden werden.

Anregungen bezüglich wasserschutzrechtlicher und entwässerungstechnischer Belange wurden ebenso aufgenommen wie die zur Dachgestaltung. So sind Dacheindeckungen aus Kupfer oder Blei unzulässig, auch wenn die Metalloberfläche dauerhaft beschichtet ist. Sickerschächte zur gezielten punktförmigen Versickerung des von Dachflächen abfließenden Niederschlagswassers sind nicht zulässig.

Das Thema Glasfaserkabel wird am 9. Dezember vorgestellt. Rolf Mößmer machte noch einmal bewusst, wie wichtig das ist, denn bis jetzt gebe es kein Internet an der Schlattstaller Straße, so Mößmer. Die Telekom wird am weiteren Planungsprozess beteiligt.

Gewerbebezogenes Wohnen wird als Ausnahme zugelassen für Aufsichts- und Bereitschaftspersonen, Betriebsinhaber und -leiter, wenn passiver Lärmschutz sichergestellt ist.

Es dürfen keine Vergnügungsstätten und keine Lebensmittel-Einzelhandelsbetriebe wie Einkaufsmärkte, Discounter, Nahversorgungsmärkte und so weiter zugelassen werden.

Zu Umweltbericht und Ausgleichsmaßnahmen im Gewann "Gsait"gab die Sachverständige Waltraud Pustal die Auskunft, dass die Bestandssituation der lokalen Feldlerchen-Population durch den Verlust eines Brutpaares als "nicht erheblich" eingestuft wurde. Es werden dennoch sechs "Lerchenfenster" im angrenzenden Gebiet dauerhaft angelegt und die Baufeldräumung außerhalb der Brutzeit durchgeführt.