Hülben 100 Wege zu 24 Türchen

Adventskalender interessieren auch junge Leute, schließlich hat er selbst einen zu Hause, wie der junge Mann erzählt.
Adventskalender interessieren auch junge Leute, schließlich hat er selbst einen zu Hause, wie der junge Mann erzählt. © Foto: Michael Koch
Hülben / Michael Koch 03.12.2018

24 Backrezepte, 24 Strickmuster, 24 Lichter, 24 Schokolädchen oder einfach nur 24 Bildchen – es gibt unzählige Wege, sich im Advent die Tage bis zum Weihnachtsfest verkürzen zu lassen. In der Hobby-Künstlerwerkstatt in Hülben sind seit vergangenem Wochenende mehr als 100 Adventskalender zu sehen, der Großteil davon kommt aus der Gemeinde direkt.

So wie die Exemplare von Günther Schwenkel. Sie stammen aus dem Jahre 1932 und sind somit die ältesten Exponate in der Ausstellung. „Ich habe die Kalender einst von meinem Onkel bekommen und selbstverständlich aufbewahrt“, erzählt Schwenkel. Abgebildet auf dem historischen Druckstück ist die Stiftskirche in Stuttgart.

Von 1949 stammt das älteste Exemplar, das Kirsi Kullen zur Ausstellung beigesteuert hat. „Seit meiner Kindheit an hing dieser Kalender immer bei mir“, sagt sie. Für die Ausstellung trennt sie sich in diesem Jahr erstmals von ihrem schwedischen Lieblingskalender. „Am 13. Dezember ist Lucia-Fest in Schweden. Man erkennt einen schwedischen Kalender immer an der Lucia hinter dem 13. Türchen“, erzählt sie.

Kirsi Kullen ist aber eigentlich gebürtige Finnin. Weil der Weihnachtsmann bekanntlich in den dortigen Wäldern wohnt, hat sie offensichtlich eine ganz enge Beziehung zur Weihnachtszeit. So lässt sich vielleicht erklären, warum die Künstlerin, die nunmehr seit 50 Jahren in Hülben lebt, ihren Enkelkindern jeweils einen eigenen Kalender gebastelt hat. Wobei „gebastelt“ untertrieben ist. Als Hobbymalerin hat sie auf jedes Exemplar Gegenstände oder Landschaften gemalt, die die Kinder wiedererkennen können. Für ein Enkel in München zum Beispiel die Frauenkirche, für eines in Oferdingen die Neckarauen. Von Fotos oder Postkarten malt sie zudem die jeweiligen Wohnhäuser oder Sehenswürdigkeiten auf die etwa zwei Meter lange Papierrolle, über die dann auch noch ein Zug aus Streichholzschachteln fährt. „Zwei Monate sitze ich schon dran an einem solchen Kalender“, verrät die Künstlerin.

Wie kreativ man sonst noch einen Adventskalender gestalten kann, davon sollten sich Besucher selbst ein Bild vor Ort machen. Außerdem gibt es eine kurze Erläuterung zur Entstehung des Kalender-Brauches.

Die Ausstellung wurde von Margit Scherraus und Ruth Veil vom „Lebendigen Adventskalender“ gemeinsam mit Stina Wölk und Karin Bings von der Künstlerwerkstatt organisiert. Geöffnet hat die Ausstellung in der Hauptstraße 39 jeweils an den Adventssonntagen von 11 bis 17 Uhr und am Weihnachtsmarkt-Samstag, 15. Dezember, von 16 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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