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Sportverein
Böhringen / Alexander Thomys  Uhr

Durchschnaufen ist derzeit angesagt bei den Mitgliedern des TSV Böhringen. Schließlich steckt den Mitgliedern des Sportvereins – und das ist bei rund 900 Mitgliedern nahezu jeder zweite Böhringer – ein wahrer Festmarathon in den Knochen.

Karten TSV 100 Jahre Comedy „Hillus Herdropfa“

Der TSV präsentiert im Rahmen seiner 100 Jahr-Feier am 11. Juli einen Comedy-Abend mit den bekannten Komikern „Hillus Herzdropfa“. Karten sind schon jetzt zu haben.

Vorstandssitzung zur Nachbereitung

Vom vergangenen Donnerstag bis Sonntag wurde das 100-jährige Bestehen des Turn- und Sportvereins gefeiert, wobei bereits am Dienstag vergangener Woche das Zelt aufgebaut wurde. Am Montag war dann ab 7 Uhr der Rückbau angesagt. Und zu guter Letzt zogen Vorstandssprecher Christoph Loser und Reinhard Schmohl, Vorstand für Öffentlichkeitsarbeit, gegenüber unserer Zeitung nochmals eine Bilanz der Festtage. Die Arbeit ist damit aber noch nicht erledigt: „Nächste Woche haben wir noch eine Vorstandssitzung zur Nachbereitung des Jubiläums“, verrät Loser.

500 Plätze standen zur Verfügung

Wie aber ist nun das Fest (wir berichteten bereits in der Montagsausgabe) gelaufen? „Wir haben ein großartiges Engagement der Mitglieder erlebt, viele haben gleich mehrfach mitgeholfen“, ist Schmohl dankbar und stolz zugleich. Und viel Arbeit war gleich beim Aufbau nötig: Als am Mittwoch nach dem Zeltaufbau die Biertischgarnituren aufgestellt worden waren, zählte Loser einmal genau nach: 500 Plätze standen zur Verfügung. „Eine Rückfrage beim Kassierer ergab dann aber, dass im Vorverkauf bereits 530 Karten für Hillus Herzdropfa verkauft worden waren“, berichtet Loser schmunzelnd. Mit der Schwäbischen Comedy sollte das Fest am Donnerstag beginnen.

Also war Umbauen angesagt: Der Weizenstand, mühevoll im Zelt aufgebaut, wurde wieder abgebaut und nach draußen verlegt, zudem wurde ein Vorzelt aufgebaut, um die Abendkasse aus dem Veranstaltungszelt auszulagern. So wurde Platz frei: Maximal 630 Leute, sagt Loser, hätten nun zum Jubiläumsauftakt im Festzelt Platz gefunden. Am Ende kamen 615 Besucher. Eine Punktlandung. Auch inhaltlich, wie der Vorstandssprecher betont. „Hillus Herzdropfa war jeden Cent wert, man hat zwei Stunden lachen können“, sagt Loser.

Zählt zu den größten Sportvereinen im Landkreis

Dann war wieder Arbeit angesagt: 95 Biertischgarnituren mussten von der Nachtwache wieder abgebaut werden, damit am Freitagabend die „Boiz Bänd“ zu Tanz und Party aufspielen konnte. Zuvor fand am Freitagabend der Festakt im Sporthaus statt, bei dem unter anderem Erika Füllemann zum Ehrenmitglied und Dietmar Götz zum Ehrenvorstand ernannt wurde. Neben dem Bundestagsabgeordneten und früheren Römersteiner Bürgermeister Michael Donth (CDU) sprachen auch Landrat Thomas Reumann, Bürgermeister Matthias Winter und der Sportkreisvorsitzende Karl-Heinz Walter Grußworte und würdigten dabei insbesondere das ehrenamtliche Engagement im TSV Böhringen, der zu den größten Sportvereinen im Landkreis zähle. Nur fünf Vereine können mehr als 1000 Mitglieder aufweisen, der TSV Böhringen kommt bekanntlich auf 900.

Bürgermeister Winter attestierte dem TSV ein „tolles Beispiel für bürgerschaftliches Engagement“ zu sein. Landrat Reumann würdigte die Werte, welche die Sportvereine vermitteln würden, wie Anstand, Fairness, Offenheit und Toleranz. Walter, Vorsitzender des Sportkreises Reutlingen, hob auch das Engagement der Vorstandschaft hervor. Ein Verein wie der TSV Böhringen sei „mit einem Mittelstandsbetrieb vergleichbar“; viel Arbeit und Verantwortung laste auf den Schultern der Vereinsführung.

Der Samstag stand dann ganz im Zeichen der Skizunft Römerstein, die als „Tochter“ des TSV ihre neue Ski-Rollerbahn einweihte und in diesem Zusammenhang die Sportanlage in „Alb-Skistadion Dieter Winkler“ benannte. Winkler habe diese Ehrung absolut verdient, betont TSV-Vorstandssprecher Loser. So sei der 79-Jährige nicht nur fünf Jahrzehnte lang Skitrainer gewesen, sondern habe mit 14 Jahren den Wintersport beim TSV erst richtig etabliert: Zusammen mit Dieter Bauknecht seien die beiden Jugendlichen damals auf Motorrädern zum Langlaufrennen gefahren – um auf normalen Ski daran teilzunehmen. „Auf ihre Initiative wurde damals die Skizunft gegründet“, weiß Loser. Doch sei Winkler auch den anderen Sportarten des Vereins zugewandt gewesen und habe etwa die erste Frauenfußballelf des Vereins trainiert.

Emotional ging es dann am Samstagabend beim „Jahrhundert­abend“ des TSV zu. In Anlehnung an verschiedene Spielshows galt es für verschiedene Mannschaften und Vereine zu kurzweiligen Wettkämpfen anzutreten, wobei auch die TSV-Vorstandschaft zu einer Wette aufgefordert wurde. Das Team um Christoph Loser nahm die Wette an, wonach die Vorstände am Sonntag bei der Bewirtung helfen würden, wenn die Mitglieder es schafften, 100 Mitglieder mit mindestens drei Utensilien ihrer jeweiligen Sportart auf die Bühne zu bringen.

Emotionalster Momente der Jubiläumsfeier

Die Mitglieder ließen sich nicht lange bitten: Am Ende waren es sogar 136 TSVler, die sich mit ihren Fahrrädern, Helmen, T-Shirts oder Skiern auf die Bühne gesellten. Und so Schmohl und Loser mit dem Tablett losschickten. „Wir wurden gerne gebucht“, sagt Loser schmunzelnd. Die Wette verloren zu haben, war für die Vorstände indes alles andere als ärgerlich. „Das war einer der emotionalsten Momente der Jubiläumsfeier“, denkt Loser an die Sportler auf der Bühne zurück. Das Bild, welches zu diesem Artikel abgedruckt worden ist, sei „ein Symbol für unsere ganze Jubiläumsfeier“.

Der Sonntag gehörte dann, ganz klassisch, der Kirche und dem Fußball. Und natürlich dem SSV-Skirollercup. Zum Festgottesdienst mit Pfarrer Albrecht Lächele spielte die Kirchenband und der Posaunenchor auf, was im Festzelt für eine wahrlich sakrale Stimmung sorgte. Der Musikverein Harmonie Donnstetten übernahm anschließend die musikalische Unterhaltung. Und dann wurde natürlich Fußball gespielt: Die „TSV-Legenden“ spielten dabei zunächst gegen die Landesauswahl der Menschen mit mentaler Beeinträchtigung und setzten damit ein Zeichen für Inklusion. Die Landesauswahl ist bekanntlich regelmäßig in Böhringen zu Gast und hält in Kooperation mit dem FC Römerstein Trainingslager in der Albgemeinde ab. In dem halbstündigen Match siegten die TSVler um Vorstandssprecher Loser, der ebenfalls die Kickschuhe schnürte, mit 2:0. Weniger erfolgreich verlief das zweite Festspiel für die Gastgeber: Die aktive Mannschaft des FCR unterlag einer gemischten Alb-Auswahl mit 1:6. „Da hatten wohl einige noch den Festabend zuvor in den Knochen“, spekuliert Loser schmunzelnd.

Eines ist jedenfalls sicher: Das Jubiläumsfest wurde für den TSV Böhringen zu einem vollen Erfolg – gerade auch aufgrund des Engagement der Mitglieder, die nicht nur zum Mithelfen kamen, sondern auch sonst bei jeder Gelegenheit im Festzelt oder bei den Veranstaltungen anwesend waren. Ebenso wie viele Ehemalige, welche sich wieder einmal in der Albgemeinde und beim TSV sehen ließen. „In der Gemeinschaft zu schaffen hat eben auch etwas“, sagt Loser. Und so schwang am Montagmorgen auch etwas Bedauern mit, als sich die „Zelt-WG“ auflöste. Generationenübergreifend wurde so ein Team der Helfer genannt, das nahezu ständig im und um das Festzelt präsent war. „Nach vier bis fünf Stunden war am Montag wieder alles aufgeräumt“, staunt Schmohl über den reibungslosen Abbau. Nun geht der Sportbetrieb weiter – und das nächste Großprojekt naht: Im Herbst will der TSV in den Umbau der in die Jahre gekommenen Tartanbahn in eine Finnenbahn einsteigen. Passend zum Jubiläum sollen dann auch symbolische Anteile zu 19,19 Euro verkauft werden, um die Finanzierung zu erleichtern.

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