Schlossfestspiele Zwölf Philharmoniker am Cello

Die „12 Cellisten“  im Forum in Ludwigsburg.
Die „12 Cellisten“  im Forum in Ludwigsburg. © Foto: Werner Kuhnle
Ludwigsburg / Susanne Yvette Walter 07.07.2017

Die zwölf Cellisten der Berliner Philharmoniker haben ein Alleinstellungsmerkmal. Ein Ensemble wie dieses dürfte einzigartig sein in der instrumentalen Landschaft. Ihre Konzerte sind ausverkauft, auch das im Ludwigsburger Forum am Mittwochabend im Rahmen der Schlossfestspiele. Zwölfmal die Power von Spitzenmusikern am Cello, das eröffnet neue Dimensionen.

Das Faszinierende bei einem Konzert mit zwölf Cellisten, die im Halbkreis sitzen, ist der Dialog, den sie miteinander führen – ein Lauffeuer, das durch ihre Reihen geht. Oft sind Melodieführungen gesplittet, so dass jeder Cellist nur einen Fetzen davon in den Raum werfen kann, während der nächste sich lückenlos anschließen muss mit der Fortsetzung. Das allein ist eine unvorstellbar große Konzentrationsleistung. Dazu kommt das atemraubende Tempo, das nie hektisch wirkt, sondern eher wild, ungestüm und jugendlich.

In der Neuen Musik fühlt sich das Ensemble wohl. Zwölf-Ton-Musik passt zu zwölf Cellisten aus dem Profikader. Boris Blacher, ein Komponist, der 1975 gestorben ist, stand Pate für ein freitonales Werk, das sich an den Blues anlehnt, Erinnerungen an Spanien weckt und eine Rumba auf die Beine stellt.  Die Palette an Werken, die dem Ensemble zur Verfügung steht, scheint unendlich. Minutenlang brandet der Beifall, nachdem sanfte und wild wogende Melodiewellen durch die Stimmen gingen – nach jedem Stück mehr bis zum fulminanten Finale.