Die Barockstadt zählt zu den Gewinnern beim Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2019“, teilt die Stadtverwaltung Ludwigsburg mit. Die Auszeichnung wurde der Stadt für die konsequente und systematische Umstellung ihrer Beschaffungspraxis im Sinne der Nachhaltigkeit vergeben: Das Engagement einer ämterübergreifenden Initiative mündete erfolgreich in einer Dienstanweisung für die gesamte Ludwigsburger Verwaltung.

Ausgeschrieben wird der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ vom Bundesumweltministerium und dem Deutschen Institut für Urbanistik. Kooperationspartner sind der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag und der Deutsche Städte- und Gemeindebund. Bürgermeisterin Gabriele Nießen nahm am Dienstag den Preis in Berlin entgegen.

25 000 Euro werden investiert

Das Preisgeld in Höhe von 25 000 Euro ist in die Umsetzung weiterer Vorhaben zum Klimaschutz oder zur Anpassung an den Klimawandel zu investieren. Für die Mitnahme von Lebensmitteln, die nicht ohne Verpackung ausgegeben werden können wie Oliven, Käse oder Wurst, soll zunächst für die Innenstadt ein Pfandsystem aus Mehrwegbehältern eingeführt werden. Das Preisgeld wird Ludwigsburg für die Konzeption, Umsetzung und Bewerbung einsetzen. „Die Stadt möchte als nachhaltige Kommune Bürgerinnen und Bürger ebenso unterstützen wie den Einzelhandel und lokale Produzenten. Mit einem Pfandsystem für Lebensmittelbehältnisse können wir Ludwigsburg noch ein Stück weit plastikfreier machen – ein großer Schritt für weniger Müll und mehr Nachhaltigkeit“, wird Nießen in der Mitteilung zitiert.

Ludwigsburg hat jährlich Anschaffungen in einer Größenordnung von circa zehn Millionen Euro. Diese Marktmacht nutzt die Stadt im Sinne der Nachhaltigkeit. Deutschlandweit liegt das Einkaufsvolumen öffentlicher Verwaltungen bei rund 350 Milliarden Euro. Obwohl das Leitbild für eine nachhaltige Stadtentwicklung bereits seit über zehn Jahren in Ludwigsburg verankert ist, fehlte im Beschaffungswesen ein systematisches Vorgehen. 2017 gründeten mehrere städtische Fachbereiche eine Arbeitsgruppe und legten gemeinsam mit einer externen Beratung Nachhaltigkeitskriterien fest.

Das Projektteam entschied sich für das „Cradle-to-Cradle“-Konzept als Basis. Insbesondere die Kreislauffähigkeit der Produkte ist für einen Kauf ausschlaggebend. Die neuen Richtlinien der Nachhaltigkeit gelten als Dienstanweisungen für alle Fachbereiche der Stadt – von der Bildung über Mobilität bis zum Hochbau. Kann der Markt noch keine Produkte oder Dienstleistungen in der gewünschten Qualität bereitstellen, bleibt die Handlungsfähigkeit der Kommune trotzdem gewährleistet. Voraussetzung für den Kauf ist aber, dass die Bieter zu den vorgegebenen Nachhaltigkeitskriterien Stellung beziehen. Damit will die Stadt sanften Druck auf ihre Lieferanten aufbauen und Impulse in den Markt geben.

Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“


Der Wettbewerb „Klimaaktive Kommune“ (bis 2015: „Kommunaler Klimaschutz“) wird seit 2009 im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative ausgelobt. In diesem Jahr wurden insgesamt 88 Beiträge in vier unterschiedlichen Kategorien eingereicht.

Ludwigsburg hat sich mit dem Projekt „Nachhaltige Beschaffung – gesund, kreislauffähig, klimafreundlich“ für den Sonderpreis „Klimafreundliche Beschaffung“ beworben. In dieser Kategorie gab es vier Bewerber. bz