Pferdemarkt Zeitreise durch die Stadtgeschichte

Yasina Hipp 11.06.2018

Bunte Girlanden schmückten die barocke Innenstadt Ludwigsburgs und markierten den Weg des Pferdemarkt-Festzuges von der Schorndorfer Straße, entlang der Wilhelmstraße, am Arsenalplatz vorbei bis in die Myliusstraße. Geschätzte 25 000 Besucher nutzten den strahlenden Sonnenschein und verfolgten das Spektakel, das dieses Jahr im Rahmen des 250. Ludwigsburger Pferdemarktes stattfand.

Zum Jubiläum gab es besonders viele Gruppen und Teilnehmer. „Wir haben rund 80 Beiträge, heute wird Stehvermögen benötigt, aber es lohnt sich“, so Anette Mezger, die den Festzug von der Rathaustreppe aus kommentierte und den Zuschauern die einzelnen Gruppen vorstellte. Ihr Kollege Gerd Motzkus übernahm die Moderation dann am Schillerplatz.

Gestaltet und begleitet wurden die Beiträge von rund eintausend Mitwirkenden von Vereinen aus Ludwigsburg und Umgebung. Im Mittelpunkt standen die rund 150 Pferde. Besonders beeindruckend war neben den Clydesdales und Shire Horses, die ein Stockmaß von bis zu zwei Metern erreichen können, auch eine zehnspännige Kutsche. „Zehn Kaltblüter, die eine Kutsche ziehen, das gibt es nicht einmal auf dem Stuttgarter Volksfest“, so Gerd Motzkus.

Der gesamte Umzug war anlässlich 300 Jahre Ludwigsburg eine Zeitreise durch die Stadtgeschichte Ludwigsburgs – eingeteilt in neun Kapitel vom Beginn der Stadt als „Baustelle“, über die barocke Lebensfreude und das 19. Jahrhundert bis hin zur Industrialisierung und der Gegenwart.

Rat als Ständeversammlung

Im Kapitel „Die Baustelle Ludwigsburg“ flanierte ein prominenter Ludwigsburger durch die Straßen: Herzog Eberhard Ludwig inklusive Architekt. Die beiden diskutierten über die Errichtung des Residenzschlosses, dargestellt von der Ludwigsburger Kostümgruppe Bellissima.

Im Kapitel „Ludwigsburg im 19. Jahrhundert“ präsentierten sich die Stadträte der barocken Stadt in passenden Kostümen. „Der Gemeinderat bildet hier die Ständeversammlung nach, die den neuen Verfassungsentwurf von König Wilhelm annahmen“, erklärte Motzkus. Im Kapitel der Industrialisierung tuckerten alte Traktoren und historische Löschfahrzeuge durch die Straßen.

Den krönenden Abschluss bildete eine 35-köpfige Künstlergruppe des Kunstzentrums Karlskaserne unter dem Motto „Smart-Fantasies-Parade. Sie konzipierte einen bunten Beitrag zu den Themen Innovation, Kreativität und Ludwigsburg. Nach dem Umzug ging der Pferdemarkt auf der Bärenwiese mit Pferde-Showprogrammen weiter.

Info Weitere Berichte folgen. Eine Bildergalerie gibt’s  ab Montag auf

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