KSK-Music-Open Zehn Kilometer Kabel im Schlosshof

So sieht der Schlossinnenhof in Ludwigsburg seit Dienstag aus. Der Aufbau der KSK-Music-Open ist in vollem Gange. Mittig, ist die Bühne im Aufbau zu sehen.
So sieht der Schlossinnenhof in Ludwigsburg seit Dienstag aus. Der Aufbau der KSK-Music-Open ist in vollem Gange. Mittig, ist die Bühne im Aufbau zu sehen. © Foto: Werner Kuhnle
Ludwigsburg / Heidi Vogelhuber 26.07.2018

Seit Dienstag hat sich der altehrwürdige Innenhof des Ludwigsburger Schlosses in eine Baustelle, inklusive einem imposanten Kran, verwandelt. Verantwortlich für dieses ungewöhnliche Bild im Schlosshof ist unter anderem Daniel Niedrich von der Agentur Eventstifter, dem Veranstalter der KSK-Music-Open. Denn bereits am Freitag findet das erste der sechs Konzerte der beliebten Open-Air-Reihe statt: Es ist die Kultband der Wende, die Scorpions, die das Spektakel eröffnen.

Von Anfang an, also seit 2010, ist der technische Leiter Thorsten Becker, von allen „Balu“ genannt, dabei. Er behält vom Rand aus den Überblick über alle Helfer, die wie ein pulsierender Ameisenhaufen stets in Bewegung sind. Er beantwortet Fragen, verteilt Aufgaben, entscheidet, wie viele Personen für welche Aufgabe benötigt werden und koordiniert die Reihenfolge der zu erledigenden Dinge. Zu Beginn werde die Bühnenposition ermittelt, anschließend wird von hinten mit dem Aufbau begonnen, beschreibt er. Der Unterbau der Bühne zuerst, darauf werden die Tower gesetzt. Mit dem Kran werden die Gerüste hochgezogen. Die Tower werden in Betonklötze eingelassen. Auf den Towern wiederum wird das Dach befestigt. „Es sind unterschiedliche Teams am arbeiten“, erklärt Niedrich. Neben Bühnenbauern und Technikern gibt es auch ein großes „Sideteam“, das sich um das ganze Drumherum kümmert. Das Gelände muss eingezäunt und die Einlässe den Vorschriften gemäß errichtet werden. Die Banner dürfen nicht fehlen sowie die Beschilderung der Notausgänge. Büros werden eingerichtet und Catering sowie Garderoben vorbereitet. Die Behindertenpodeste werden aufgestellt und das FOH („Front of house“) eingerichtet. Das FOH bezeichnet den Standpunkt der Ton-, Licht-, und Videoregie im Zuschauerraum, dort wird für eine gute Lichtshow und einen klaren Sound gesorgt. „Es sind dieses Jahr elf Gerüstbauer und vier Bauleiter dabei“, sagt Becker. „Hinzu kommen zehn Sidearbeiter“, fährt er fort, nicht ohne immerzu ein Auge auf die Gerüstbauer zu haben und im Minutentakt das Mobiltelefon ans Ohr zu halten. Ab Donnerstag kommen noch zehn Licht- und Tontechniker sowie zwanzig Helfer hinzu. „Weitere zehn Leute bilden das Orga-Team, das sich um Pässe, Durchfahrtscheine und die Shuttle-Fahrer, die die Bands abholen kümmern“, sagt der technische Leiter.

Damit der Soundcheck während den Konzerten schnell vonstattengeht, werden „Rollreiser“, Podeste mit Rollen, auf denen Schlagzeug und Keyboard vorab aufgebaut werden können, eingesetzt. Denn der Umbau muss schnell gehen – zwischen 20 und 25 Minuten haben die Roadies dafür Zeit. Damit aber überhaupt etwas zu hören und sehen ist, muss Helmut Hauptmann mit seinem Elektriker-Team rund zehn Kilometer Kabel verlegen. Strom gibt es an verschiedenen Anschlusspunkten im Schloss, hinter der Bühne stehen etwa hundert Meter entfernt Dieselaggregate. Der Stromverbrauch der Bühne liegt laut Thorsten Becker bei 1200 Ampere, was 200 Häuser und damit einer Kleinstadt entspricht.

Der Lichtumbau geschieht übrigens nachts. „Es gibt eine Grundeinstellung, das Festival-Setup, allerdings hat jede Band auch eigene Wüsche“, berichtet Becker. Die größte Lichttechnik haben die Scorpions, die auch die Bühnengewichtsgrenze gut auslasten. Mit einem fliegenden Schlagzeug und einer großen Videoleinwand kommen die Rocker auf gute 15 Tonnen Bühnengewicht. „Die übrigen Bands liegen zwischen acht und zehn Tonnen“, erklärt der technische Leiter.

www.ksk-music-open.de

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