Während Ludwigsburg mit 300 Jahren noch eine sehr junge Stadt ist, ist Eglosheim, der nordwestlich gelegene Stadtteil Ludwigsburgs, schon alt, ebenso Oßweil im Osten. Erwähnt wurde Eglosheim erstmals 844. „Eglosheim wurde als Straßendorf im fränkischen Stil erbaut“, sagt Thomas Seyfang, der Vorsitzende des historischen Vereins Eglosheim im Gespräch mit der BZ. Früher gab es laut Seyfang auch Weinbau in Eglosheim, und die erste Kelter wurde 1523 errichtet. Eglosheim habe allerdings „schon immer eher schlechten Wein gehabt“, sagt der Vereinsvorsitzende. Der Ort habe daher mehr auf den Obstbau gesetzt und sich auf Apfel- und Birnenmost konzentriert. Der wurde tagsüber stark verdünnt, abends auch pur getrunken. Über 7300 Obstbäume gab es in Eglosheim, woraus über 150 000 Liter Most gekeltert wurden.

1603 errichtete die Herrschaft Württemberg die sogenannte Neue Kelter am Kelterplatz. „Diese hatte drei Kelterbäume, riesige Eichenstämme, die über eine Spindel herunter gedrückt wurden“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Auch wurde ein kleines Häuschen an die Kelter gebaut, das Kelterstübchen, das zuletzt als Waaghäuschen genutzt wurde. Die Weinberge lagen früher in der Reichertshalde, Imbröder und den neuen Weingärten. Diese Lagen sind heute noch zu erkennen, da die Straßen dort nach ihnen benannt wurden.

Weinberge 1635 verwüstet

1634 hatte Eglosheim noch 48 Morgen Weingärten, die im Jahre 1635 stark verwüstet wurden durch die kaiserlichen Truppen. Es blieben nur noch wenige Rebstöcke übrig.

„Da die Asperger Kelter im Dreißigjährigen Krieg völlig zerstört wurde, und Eglosheim mit einem Kelterbaum auskommt, wurden zwei der drei Kelterbäume an Asperg für die neue Kelter dort abgegeben“, erklärt Seyfang. Durch eine große Missernte 1906 kam der Weinbau in Eglosheim völlig zum Erliegen. Heutzutage ist im Gebäude der Kelter die Abteilung Eglosheim der Ludwigsburger Feuerwehr angesiedelt, und das bereits seit 1913.

1901 wurde Eglosheim übrigens nach Ludwigsburg eingemeindet. Das von König Ludwig gegründete Ludwigsburg brauchte mehr Platz, und Eglosheim eine Modernisierung der Infrastruktur. So wurde aus der Vorstadt Eglosheim ein Stadtteil Ludwigsburgs, und durch die starke Bebauung inzwischen der größte Außenstadtteil der Barockstadt.

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Seiten 12 bis 16.