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Ludwigsburg / CAROLINE HOLOWIECKI  Uhr
Die Polizei sucht nach wie vor den Täter, der im Oktober die 36-jährige Nadine Ertugrul umgebracht hat. War die Polizei zuvor stets von einer Beziehungstat ausgegangen, wird nun auch verstärkt in Richtung Zufallstat ermittelt.

Die Tauchgänge im Monrepos-See haben nichts zutagegefördert. Die Zeugenbefragungen und verteilten Flugblätter haben keinen Durchbruch gebracht. Und der etwa 50-jährige Mann, der sich über einen längeren Zeitraum an mehreren Wochentagen auf Feldwegen im Bereich des Häckselplatzes in Möglingen mit einer Blondine getroffen haben soll, hat sich auch nicht bei der Polizei gemeldet. Im Fall der getöteten Nadine Ertugrul aus Egolsheim ist die Polizei noch keinen entscheidenden Schritt weiter.

Am 12. Oktober 2015 war die zweifachen Mutter zuletzt lebend gesehen worden. Gegen 20.30 Uhr soll die blonde Frau sich im Lidl-Markt in der Reuteallee aufgehalten und dort noch etwas eingekauft haben. Ihr Wagen, ein grauer VW Caddy, wurde später verschlossen in der Nähe gefunden. Erst am 20. Oktober wurde schließlich die unbekleidete Leiche nahe der Wendeplatte der Reuteallee in einem Gebüsch neben der S-Bahn-Strecke entdeckt. Nadine Ertugrul starb durch massive Schnittwunden am Hals. Hinweise auf ein Sexualdelikt hat die Polizei nicht gefunden. Die Kleidung, vor allem ein gelbes Sporttop, der Schmuck und das Handy des Opfers sind bis dato unauffindbar. Unklar ist auch, ob Tat- und Fundort identisch sind.

Der Täter läuft bis heute frei herum. War die Polizei lange Zeit von einer Beziehungstat ausgegangen - eine Person war im Speziellen ins Visier geraten, der Verdacht konnte nicht erhärtet werden -, rücken die Beamten nun auch eine andere Variante mehr in den Mittelpunkt. "Beziehungstat und Spontantat, beides ist möglich", sagt die Polizeisprecherin Yvonne Schächtele.

Die 55-köpfige Sonderkommission "Allee" ist Mitte Januar aufgelöst worden. Zwölf Mitglieder einer Ermittlungsgruppe sind noch mit dem Fall betraut. "Vereinzelt gehen noch Hinweise aus der Bevölkerung ein. Außerdem sind noch nicht alle anderen Hinweise abgearbeitet", sagt sie. Laut Schächtele bespricht sich die Ermittlungsgruppe aktuell mit der Staatsanwaltschaft, ob eine Belohnung nicht frischen Wind in die Sache bringen könnte. Die Polizistin sagt, dass "aller Voraussicht nach" Ende Februar eine Geldsumme ausgelobt wird. Und auch mit der Redaktion von "Aktenzeichen XY... ungelöst" seien die Ermittler im Kontakt. Ob der Fall aber den Weg ins Fernsehen finden wird, sei fraglich.

Info
Zeugen können sich nach wie vor bei der Kripo unter Telefon (07141) 189 melden.