KSK-Music-Open Viel Feier-Pop, wenige Schmuse-Balladen

Der Popsänger James Blunt spielte bei den KSK Music Open am Sonntagabend. Viele Fans kamen und feierten mit dem eigentlich als Schmusesänger bekannten Briten, der sich in Ludwigsburg aber eher auf die Feier-Pop-Ecke seines Repertoires festlegte.
Der Popsänger James Blunt spielte bei den KSK Music Open am Sonntagabend. Viele Fans kamen und feierten mit dem eigentlich als Schmusesänger bekannten Briten, der sich in Ludwigsburg aber eher auf die Feier-Pop-Ecke seines Repertoires festlegte. © Foto: Werner Kuhnle
Ludwigsburg / Sandra Bildmann 31.07.2018

Im Oktober startete James Blunt seine „Afterlove-Tour“ in den USA als Vorgruppe von Ed Sheeran. Bevor die nach seinem 2017 veröffentlichten Album benannte Tournee im September zu Ende geht, schaute der Singer-Songwriter in Ludwigsburg bei den KSK-Music-Open vorbei. James Blunt war am Sonntagabend zu Scherzen aufgelegt. So verkündete er dem Publikum beiläufig, dass er seinen Hit „You’re Beautiful“ nicht singen werde. Auf das Bedauern der Fans hin meinte er grinsend: „Zu spät. Ich hab euer Geld ja schon.“ James Blunt hatte ein bisschen geflunkert, denn auf seinen großen Hit verzichtete er natürlich nicht. Das textsichere Publikum dankte begeistert.

Altes und Neues

Im Zentrum des Konzerts standen Lieder seiner jüngsten Platte und seines ersten Albums, mit dem er 2005 international den Durchbruch schaffte. Von seinem dritten Album spielte der mittlerweile 44-Jährige nur einen Song. Publikumslieblinge wie „Goodbye my Lover“ und „High“ brachte Blunt schon recht früh. Auf die Balladen, die ihm das Prädikat des Schmusesängers einbrachten, verzichtete er weitgehend und setzte vermehrt auf den ausgelassenen Feier-Pop. Mit seinen beiden Gitarren – die er nach jedem Lied wechselte – wuselte er über die Bühne, hopste mit der Ukulele bei „Postcards“ von links nach rechts und heizte das Publikum mit für ihn typischen Moves an.

James Blunts Bühnenshow verzichtet bei seinen Live-Auftritten auf Special Effects, Überraschungsmomente oder turnerische Einlagen, wie sie viele Künstler scheinbar brauchen. Blunt hat das nicht nötig. Die Leute kommen, weil sie seine Songs lieben und die unverwechselbare Stimme live hören wollen. Als Band genügt da manchmal einfach nur ein Klavier. Auf das der Brite bei seinen Shows gern mal draufsteigt. Auch beim Konzert im Ludwigsburger Schlossinnenhof nutzte er den Ausblick, um ein Foto von der jubelnden Menge zu knipsen. Die bunten Lichter der Scheinwerfer flimmerten über die Schlossfassade, wirbelten durcheinander, peppten ein bisschen die Filmchen auf, die auf der Großbildleinwand im Hinteren der Bühne gezeigt wurden. Dann aber wurde es schlagartig dunkel. „My favorite song“, wisperte Blunt ins Mikrofon, „I’d like you to be the stars.“ Die Zuschauer sollten die Taschenlampen-Funktion an ihrem Smartphone einschalten. Die hellen Licht-Kleckse mimten einen Sternenhimmel. Und da hinein seufzte der Star mit dem unverkennbaren „Ah-Uh“ sein „Same Mistake“. „It’s gonna be ok“, befand Blunt kurz später in seinem Hit „OK“ von 2017. Die Zuschauer johlten und grölten, klatschten und folgten bereitwillig der Aufforderung des Sängers: Sie gingen vor ihm auf die Knie. Er hielt sie dort während eines ausgedehnten Zwischenspiels. Der erlösende Aufsprung nach anderthalb Minuten heizte die Konzertparty an. Sie hatte gerade erst so richtig Fahrt aufgenommen – da joggte der Umjubelte von der Bühne, seine Band folgte ihm. Die Lichter gingen aus, das Publikum klatschte und sang den Refrain unbeirrt weiter. Mancher Zuschauer hielt den Abgang nach 75 Minuten für einen Gag – vor allem, weil James Blunt mit „Stay the night“ zurückkam.

Noch zwei Songs

Man wäre seiner gesungenen Einladung gerne nachgekommen und noch bis tief in die Nacht geblieben – aber zwei Songs später war dann bereits Schluss. Statt angekündigten 105 Minuten unterhielt James Blunt seine Fans nur anderthalb Stunden lang. Eine kurze Verbeugung, dann war der Musiker weg und kam auch nicht wieder. Für „1973“ und „Bonfire Heart“ hatte Blunt kreischende Beifallsstürme geerntet, dem Publikum dürstete mit Zugabe-Rufen nach mehr. Doch das großartige Konzert endete relativ abrupt.

Die mit James Blunt um die Welt tourenden „Tall Heights“ als Vorgruppe hatten mit ihrem Auftritt etwas Mühe, das Publikum für sich zu gewinnen. Für ihren Indie-Folk gab’s anständigen Applaus. Sympathisch wirkte das Stuttgarter Straßenmusiker-Duo „Parallel“, das zuvor mit seinem Deutsch-Pop die Zuschauer schnell auf seiner Seite hatte.

Absage: „Sommernacht der Opernstars“

Aufgrund einer Erkrankung der Sopranistin Aida Garifullina fällt die „Sommernacht der Opernstars“ am Mittwoch, 1. August, im Schlosshof aus. Es konnte kurzfristig kein gleichwertiger Ersatz gefunden werden und ein Ersatztermin ist aus organisatorischen Gründen nicht möglich, teilt der Veranstalter mit. Schon gekaufte Karten können an der Vorverkaufsstelle, an der sie erworben wurden, zurückgegeben werden. Der volle Betrag wird erstattet. bz

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