Ludwigsburg Verdacht auf Fliegerbombe

In Ludwigsburg wurde in der Eisenbahnstraße, in der Nähe des Holzheizkraftwerks, ein Metallgegenstand im Erdreich gefunden, bei dem es sich um eine Fliegerbombe handeln könnte. Am Freitag wird untersucht und gegebenenfalls am Samstag entschärft.
In Ludwigsburg wurde in der Eisenbahnstraße, in der Nähe des Holzheizkraftwerks, ein Metallgegenstand im Erdreich gefunden, bei dem es sich um eine Fliegerbombe handeln könnte. Am Freitag wird untersucht und gegebenenfalls am Samstag entschärft. © Foto: Karsten Schmalz
Ludwigsburg / Heidi Vogelhuber 05.01.2019

In Ludwigsburg wurde ein Krisenstab einberufen. Der Grund: Bei einem Bauvorhaben in der Eisenbahnstraße in der Südstadt wurde nahe des Holzheizkraftwerks ein Gegenstand in der Erde entdeckt. Noch ist unklar, ob es sich um ein historisches Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg mit Explosivstoffen handelt oder nur um einen Metallgegenstand, etwa ein altes Rohr, sagte Ludwigsburgs Erster Bürgermeister Konrad Seigfried bei einem Pressegespräch am Freitag.

Fest steht, dass der Gegenstand in sechs Metern tiefe liegt, einen Durchmesser von 21 Zentimetern und eine Länge von 70 Zentimetern hat sowie 50 Kilo wiegt. Die genaue Form allerdings konnte noch nicht bestimmt werden, da dies durch das Verfahren der Tiefensondierung, das zum Einsatz kam, nicht ermittelt werden kann. Die Sondierung zeigt die Abweichung eines Metallelements zum Erdmagnetfeld. „Aus Bauherrensicht wird dieses Verfahren als Standardverfahren gerne angewandt, da es Sicherheit gibt“, sagte Heinz Mayer, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung der Stadt. Bauherr sind in diesem Fall die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB).

Im Krieg wenig bombardiert

Der letzte Fund einer Fliegerbombe in Ludwigsburg liegt schon Jahrzehnte zurück, Ludwigsburg wurde vergleichsweise wenig bombardiert. Allerdings war das Gebiet um den Güterbahnhof in Richtung Weststadt durchaus ein Angriffsziel, wegen der dort angesiedelten Industrie. Es gebe zwei Möglichkeiten, so Seigfried, die erste wäre „ausbuddeln und ad hoc reagieren.“ Die zweite Variante, die nun umgesetzt wird, ist, erst einmal zu untersuchen, um was es sich handelt und bei Bedarf zu entschärfen. Der Fund wurde kurz vor Weihnachten gemacht, seit Freitag, 4. Januar, wird die Öffentlichkeit informiert, und kommenden Freitag wird die potenzielle Fliegerbombe freigelegt. „Eine Kampfmittel-Räum-Firma arbeitet erst mit erschütterungsarmen Mini-Baggern“, sagt Mathias Peterle vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg. Die letzten Meter gehe man händisch vor. Bei solchen Einsätzen sei seit den 1960er-Jahren nichts mehr schief gegangen in Baden-Württemberg, sagt Peterle. Zwischen August 1946 und Ende 2017 wurden laut Homepage des Regierungspräsidiums landesweit knapp 25 000 Bomben erfolgreich entschärft und vernichtet. Die letzte Sprengung in Baden-Württemberg erfolgte vor etwa 13 Jahren, sagt Peterle. Informiert werden die betroffenen Anwohner per Aushang an Haustüren auf Deutsch, Englisch, Türkisch, Italienisch sowie Griechisch, über ein Infoblatt in jedem Briefkasten und die Warn-App NINA. Ebenso gibt es unter (07141) 9 10 22 22 ein Bürgertelefon, über das Hilfe angefordert werden kann, etwa für die Evakuierung von Gehbehinderten. Denn sollte es sich um ein Kampfmittel handeln, wird am Samstag, 12. Januar, ab 8 Uhr das Gebiet im Umkreis von 500 Metern evakuiert.

Dies betrifft dann 3000 Anwohner sowie das dortige Altenheim und einen kleinen Teil der Nachbarkommune Kornwestheim. „Die Sperrzone kann dann nicht mehr betreten werden“, sagt Feuerwehrkommandant Ben Bockemühl und empfiehlt den Menschen, sich bis etwa 16 Uhr etwas vorzunehmen. Die Stadt richtet im Beruflichen Schulzentrum, Römerhügelweg 53, eine Notunterkunft ein. 500 Einsatzkräfte der Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste und des THW werden im Einsatz sein, sollte es sich tatsächlich um ein Kampfmittel handeln. Auch der Bahnverkehr würde dadurch zwischen Kornwestheim und Ludwigsburg erliegen. Bockemühl betont beim Pressegespräch mehrmals, dass „jetzt noch keine Gefahr von dem Gegenstand ausgeht“, erst sobald er freigelegt sei.

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