Ludwigsburg / Heike Rommel  Uhr

„Hier und heute drei Monate Gefängnis“ lautete das Urteil des Ludwigsburger Amtsgerichts über einen 41-jährigen Autofahrer, der mit drei Promille Alkohol im Blut in der Schwieberdinger Straße in Ludwigsburg erwischt wurde. Es war nicht die erste Trunkenheitsfahrt des Wiederholungstäters und Bewährungsbrechers.

Da es sich um einen Regelfall für die Entziehung der Fahrerlaubnis handelte, wurde dem Mann auch eine zwölfmonatige Sperre ausgesprochen. Der Angeklagte wurde von Justizvollzugsbeamten in den Gerichtssaal geführt, weil er aufgrund eines Urteils vom Amtsgericht Besigheim seit 9. Mai ohnehin schon im Gefängnis in Stuttgart-Stammheim saß. Das Gericht in Ludwigsburg erklärte ihn als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen. Mit dem rechtskräftigen Urteil wird die Fahrerlaubnisbehörde im Landratsamt angewiesen, vor Ablauf der Frist keine neue Fahrerlaubnis zu erteilen. Der Staatsanwalt sagte dem mehrfach und auch einschlägig vorbestraften Vater dreier Kinder gleich, dass es für Leute, die mit drei Promille Alkohol Auto gefahren sind, schwierig wird, die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) zu bestehen.

Morgens erwischt worden

Es war schon morgens gegen vier Uhr, als der Ludwigsburger in der Schwieberdinger Straße von der Polizei erwischt wurde. Er war mit seinem Mercedes auf dem Weg zu einer Tankstelle, um Nachschub an alkoholischen Getränken zu besorgen. Sein Verhalten sei „schwerfällig, provokativ, aggressiv und redselig gewesen“, sagte ein Polizist als Zeuge aus.

Von der Staatsanwaltschaft mit dieser vorsätzlichen Trunkenheit im Verkehr konfrontiert, erklärte der aus Russland stammende Angeklagte: „Zugegeben, das war dumm von mir, und ich kann froh sein, dass kein Unfall passiert ist.“ Der Ankläger wollte wissen, was der Mann in der Tatnacht getrunken hat, doch daran konnte oder wollte sich dieser nicht mehr erinnern.

Häufigster Grund für ein Fahrverbot

Das Führen eines Kraftfahrzeugs unter Alkoholeinfluss ist nach Informationen des baden-württembergischen Justizministeriums bei Weitem der häufigste Grund für die Entziehung der Fahrerlaubnis wegen eines charakterlichen Mangels. Als charakterlich ungeeignet gilt, wer wiederholt gegen Verkehrsvorschriften oder Strafgesetze verstoßen hat. Daraus wird auf eine dauerhafte Gleichgültigkeit gegenüber sozialen Regeln und den Rechten anderer oder auf ein hohes Aggressionspotenzial geschlossen. hro