Ludwigsburg Unterschiedliche Kulturen vereint

Interviews sind das tragende Element der neuen Sonderausstellung im Ludwigsburger Museum MIK.
Interviews sind das tragende Element der neuen Sonderausstellung im Ludwigsburger Museum MIK. © Foto: Helmut Pangerl
Ludwigsburg / SUSANNE YVETTE WALTER 27.04.2015
Der Titel fällt auf, das Thema trifft den Zeitgeist, das Wörtchen "fremdgehen" erfährt eine neue Bedeutung. "Fremdgehen? Ludwigsburg transkulturell" ist der Titel einer neuen Sonderausstellung des Ludwigsburg Museums.

Mit der Idee zur Ausstellung geht das Museum Ludwigsburg neue Wege. Auf die herkömmliche Form der Ausstellungskonzeption mit Exponaten wurde komplett verzichtet, statt dessen führte die neue wissenschaftliche Kuratorin Elisabeth Meier eine Idee ihres Vorgängers Timo Hauge fort, die das Stichwort Transkulturalität thematisiert.

Das Konzept grenzt sich von der Inter- und Multikulturalität bewusst ab, denn die Vertreter, die hier in aufgezeichneten Kurzinterviews zu Wort kommen, verstehen sich als geschlossene Einheiten.

Die Ausstellung stellt zehn Ludwigsburger vor, die sich in Interviews über ihre Kulturen äußern. Dabei entstand eine persönliche Beziehung zu den Interviewten, die besondere Bezüge zu verschiedenen Herkunftsländern haben. Es geht dabei darum, wie sich Kulturen mischen. Der Besucher hat die Möglichkeit, selbst Teil des Ausstellungsgeschehens zu werden, in dem er sich Fragen stellt, die ihm zeigen, wie er selbst von anderen Kulturkreisen beeinflusst ist. "Wir übernehmen den Kaffeekult aus Italien, mögen französische Chansons", zählt Dr. Alke Hollwedel, Leiterin des Ludwigsburg Museum auf. Die Besucher können sich auf Auszüge aus den Lebenswegen der Befragten einlassen oder selbst einen Beitrag zur kulturellen Vielfalt in Ludwigsburg leisten, indem sie ihre eigene Herkunft und ihren persönlichen Geschmack beim Essen und in der Mode beispielsweise thematisieren.

Elisabeth Meier ist erst seit Januar im Amt. Sie führte Interviews etwa mit Prof. Frank Baasner, Direktor des Deutsch-französischen Instituts in Ludwigsburg, mit Carina Clay, die Halbamerikanerin ist und an der Tanz- und Theaterwerkstatt einen Hip Hop-Workshop leitet, und mit Tamer Galal, Inhaber des Bodyplanet, der einst Mr. Universum war und ägyptische Wurzeln hat. Weiter kommen Danyiom Mesmer zu Wort, der 2014 "The Voice of Kids" gewonnen hat, und John Patrick, die Baskettballgröße der MHP-Riesen, sowie Julia Schnell, Spätaussiedlerin aus Kasachstan, die Deutsch und Russisch fließend spricht. Zu den bekannten Ludwigsburger Persönlichkeiten gehört auch Ékoué Vondoo aus Togo, der 2014 zum Busfahrer des Jahres gewählt wurde. Wolfgang Wanzenberg vertritt die ältere Generation. Kadri Yumurtaci aus der Türkei hat, aus einem kleinen anatolischen Dorf kommend, als Ingenieur bei Bosch in verschiedenen Ländern Karriere gemacht. Yodit Aiemut kommt aus Eritrea und arbeitet bei der Ludwigsburger Stadtverwaltung. Studierende an der Filmakademie haben sich in das Thema eingeklinkt und gefilmt.

Info
Die Ausstellung ist dienstags bis Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr im Ludwigsburg Museum zu sehen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel