Fest Top-DJs vor einzigartiger Kulisse

Knapp 5500 Besucher waren am Samstag bei der zweite Auflage des Festivals Electrique Barock im Ehrenhof des Ludwigsburger Schlosses dabei.
Knapp 5500 Besucher waren am Samstag bei der zweite Auflage des Festivals Electrique Barock im Ehrenhof des Ludwigsburger Schlosses dabei. © Foto: Richard Dannenmann
Ludwigsburg / Miriam Staudacher 28.08.2017

Er wollte einmal im Leben etwas Großes machen, sagt Stefan Pauen, der Mann hinter Electrique Baroque, dem ersten Festival elektronischer Tanzmusik in Ludwigsburg. Das ist ihm in der Tat gelungen: Knapp 5500 Besucher waren am Samstag bei der zweiten Auflage nach 2016 dabei.

Das einzigartige barocke Ambiente des Ludwigsburger Residenzschlosses und seine Vorliebe für elektronische Musik haben den Veranstalter auf die Idee eines Festivals mit Elektronischer Tanzmusik im Ehrenhof der barocken Anlage gebracht. Pauen, im Hauptberuf Geschäftsführer der Ludwigsburger Agentur „sonar marketing“ nahm die Familie mit ins Boot und konzipierte mit Electrique Baroque ein Event, das seinesgleichen sucht. „Unser Konzept sollte sich von denen der vielen Festivals auf der grünen Wiese unterscheiden“, so Stefan Pauen. „Das Electrique Baroque Konzept basiert auf drei Säulen: Der Location mit seinem barocken Ambiente, dem Line-Up mit internationalen Top-DJs und Live-Acts und dem Mapping, also der Inszenierung von Ambiente und Musik zum Gesamtkunstwerk“.

Über 13 Stunden gab es bei hochsommerlicher Witterung Electro-Sound von den Großen der Szene. Der Stuttgarter DJ und Musiker Henrik Schwarz, der mit Elementen aus der Klassik und dem Jazz experimentiert war ebenso mit dabei wie der für seine minimalistischen Arrangements bekannte DJ und Produzent Dominic Eulberg. „Das Line-Up umfasst neben den Local Heroes auch international bekannte Stars der Szene wie Luciano, der regelmäßig in Ibiza auflegt und als Schlussact auf dem Programm steht“.

Der Schweizer mit chilenischen Wurzeln hat es den drei Freunden Patrick, Olli und Ben aus Stuttgart angetan. „Wir sind seit 14 Uhr hier. Luciano? Läuft!“, sagen die Endzwanziger, die am Electrique Baroque das Open-Air-Ambiente und die perfekte Inszenierung schätzen. „Man hat hier mehr Freiheitsgefühl als beispielsweise in einer Arena und die Shows sind echt der Hammer“, meint Patrick und zeigt auf die Gebäude im Ehrenhof, die mit Beginn der Dämmerung von einer „Licht- und Lasershow der Superlative“ angestrahlt werden.

Die Ludwigsburger Studentin Annika steht auf den DJ und Produzenten Dominic Eulberg. „Der macht minimalistischen Techno und ist echt abgefahren“, so die 20-Jährige, die zu allen Titeln tanzt und nach acht Stunden Party erschöpft aber glücklich eine Pause einlegt. „Jetzt schaue ich mir in Ruhe die Licht-Show an, denn die ist wirklich sehr spektakulär“, sagt Annika, nimmt auf einem der aufgestellten Liegestühle Platz und wird Zeugin, wie die Gebäude im Ehrenhof mit spannenden Lichtprojektionen aus der Welt der Kunst überzogen werden und sich Kunstnebelschwaden und Laserlichtbündel zu spektakulären, dreidimensionalen Phantasmen vereinigen.

Veranstalter Stefan Pauen freut sich indes nicht nur über vielen glücklichen Rave-Fans im Ehrenhof sondern auch über die hochsommerliche Witterung („Sie glauben gar nicht, wie viele Stoßgebete wir gen Himmel geschickt haben!“) und in besonderem Maße über die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Gastgeber, die Schlossverwaltung Ludwigsburg.

Drogenberatung am Stand

„Mit dem Schloss Ludwigsburg haben wir einen sensationellen Partner, der sich schon sehr früh geöffnet und unser Konzept stets unterstützt hat“, sagt Stefan Pauen. Ein weiterer Partner, den Pauen mit ins Boot genommen hat, ist der Stuttgarter Verein „release e.V.“, der am Rande des Geländes mit einem Stand vertreten ist. „Wir sind mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern heute hier, um auf Augenhöhe über Sucht- und Drogenthemen beraten zu können“, sagt Philipp Weber, der gemeinsam mit Jasmin Elsaßer für Gespräche zur Verfügung steht. „Wer will, kann sich hier mit kleinen Flyern zu den gängigen Party-Drogen wie Ecstasy und Speed eindecken“, so Weber. „Unser Angebot wird sehr gut angenommen, denn wir werden bis zum Ende der Veranstaltung um die 500 Kontaktaufnahmen verzeichnen können,“ sagt Philipp Weber. Diese hohe Zahl ist eine Bestätigung für die Umsichtigkeit von Veranstalter Stefan Pauen, der sich eine Teilnahme des Drogenberatungsvereins ausdrücklich gewünscht hatte.

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