Ludwigsburg Teilerfolg in der Luftreinhaltung

Ludwigsburg / BZ 14.02.2013
Eine erfreuliche Nachricht konnte die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz des Landes Baden-Württemberg (LUBW) der Stadt Ludwigsburg gestern mitteilen: Im vergangenen Jahr wurde der gesetzliche Grenzwert für Feinstaub (PM10) erstmals eingehalten.

Der Immissionsgrenzwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit beträgt 50 µg/m³ (Tagesmittelwert) bei 35 zugelassenen Überschreitungen im Kalenderjahr. In Ludwigsburg waren es 2012 an der Spotmessstelle in der Friedrichstraße nur noch 30 Überschreitungstage. In 2011 lag der Wert mit 46 Tagen noch weit über den gesetzlichen Anforderungen zum Immissionsschutz.

Die Friedrichstraße ist als Spotmessstelle ausgewählt worden, weil diese Straße mit der hohen Verkehrsbelastung und der ungünstigsten Topographie die höchste Schadstoffbelastung in Ludwigsburg ausgewiesen hatte. Eine weitere Messstation steht in der Weimarstraße. In dieser wenig befahrenen Wohnstraße war die Luftqualität in den vergangenen Jahren und auch in 2012 mit nur sechs Überschreitungstagen weitaus besser.

Als eine von mehreren Maßnahmen des Luftreinhalteplans wurde die Plakettenpflicht in der Umweltzone in Ludwigsburg seit Anfang 2012 verschärft. Ab diesem Zeitpunkt war das Befahren der Ludwigsburger Umweltzone mit der roten Plakette verboten. Seit Beginn dieses Jahres gibt es sogar auch ein Einfahrtsverbot für Autos mit gelber Plakette. Nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette dürfen in die räumlich erweiterte regionale Umweltzone ("Ludwigsburg und Umgebung") einfahren.

"Wir freuen uns darüber, dass sich die Luftqualität in Ludwigsburg verbessert hat und die Maßnahmen im Luftreinhalteplan zu greifen scheinen. Sicher hat die günstige Wetterlage zu einer wesentlichen Reduzierung der Feinstaubbelastung beigetragen. Aber die nachhaltigen Anstrengungen der Stadt hatten auch ihren Anteil", so der Erste Bürgermeister Konrad Seigfried in seiner Einschätzung nach Bekanntgabe der Messwerte. "Wir dürfen in unseren Bemühungen, beispielsweise beim betrieblichen Mobilitätsmanagement oder der Förderung des Radverkehrs, allerdings nicht nachlassen, denn die Stickstoffoxide sind trotz fallender Tendenz im Jahresmittelwert noch zu hoch, erklärte Konrad Seigfried weiter."

In den letzten sechs Jahren ist in Ludwigsburg die Schadstoffkonzentration bei Stickstoffdioxid um 20 µg/m³ gesunken. Der Jahresmittelwert lag an der Messstelle Friedrichstraße in 2012 bei 61 µg/m³, über dem Grenzwert von 40 µg/m³. Unproblematisch ist in Ludwigsburg dagegen der "Ein-Stundenmittelwert" (bei 18 zugelassenen Überschreitungen des Grenzwerts von 200 µg/m³ im Kalenderjahr). Er wurde nur an einem Tag überschritten.

In der Ludwigsburger Friedrichstraße wird, sobald es die Witterung erlaubt, in Zusammenarbeit mit der LUBW eine neue Zählstelle für den Fahrzeugverkehr errichtet. Die Verkehrszählungen werden zu Interpretation der Ergebnisse der Spotmessstelle benötigt. Diese Daten der Verkehrszählung können Aufschluss darüber geben, welchen Einfluss der Verkehr im Vergleich zu anderen Faktoren, wie zum Beispiel der Wetterlage, auf die Feinstaubwerte hat.