Schwerpunkt Weltretter Tauschen statt wegwerfen

Statt im Müllcontainer zu landen, werden T-Shirts anlässlich einer Kleidertauschparty an neue Besitzer weitergereicht .
Statt im Müllcontainer zu landen, werden T-Shirts anlässlich einer Kleidertauschparty an neue Besitzer weitergereicht . © Foto: Stadt Ludwigsburg
Ludwigsburg / Von Ifigenia Stogios 11.08.2018

Warum neue Klamotten einkaufen und alte wegwerfen, wenn es auch anders geht? Die Ludwigsburger Fairtrade-Agendagruppe sorgt dafür, dass gut erhalte Kleidung neue Besitzer findet und organisiert jährlich eine Kleider-Tauschparty.

Die Initiative ergriff eine Jugendgruppe zwischen fünf und acht Personen im Jahr 2012. „Inzwischen sind sie erwachsen geworden, wirken aber weiterhin mit“, berichtet Susanne Schreiner vom Fachbereich Bürgerschaftliches Engagement und Soziales. Die Resonanz in den letzten Jahren sei bei solchen Partys recht gut. Die Zielgruppe der Kleidertauschbörse sind Jugendliche ab 14 Jahren und junge Erwachsene.

Vorwiegend beteiligen sich Frauen  am Kleidertausch und es gibt eine kleine Gruppe von Männern.  „Der Kleidertausch hat sich allerdings mehr bei Mädchen und Frauen durchgesetzt“, sagt Schreiner.

Und wie läuft eine  Kleidertausch-Aktion ab?  Für jedes mitgebrachte Kleidungsstück erhält der Besucher einen Coupon. Diesen kann er gegen ein Kleidungsstück eintauschen. Kleider, die am Ende keinen neuen Besitzer gefunden haben, spendet die Fairtrade-Jugend einer gemeinnützigen Organisation in Ludwigsburg. Jeder darf so viel Kleidung mitbringen, wie er mag. Abgenutzte oder schmutzige Kleidung wird aussortiert. Laut Schreiner weise der Kleidertausch viele Vorteile auf. „Tauschen macht Spaß und  schont den eigenen Geldbeutel.“ Außerdem rege die Initiative zum Nachdenken auf, „vielleicht sogar zu einem anderen Konsumverhalten“. Informationen zum Fairen Handel sind deshalb immer ein wichtiger Teil des Angebotes. Sensibilisierung für mehr Wertschätzung gegenüber der Kleidung ist den Veranstaltern sehr wichtig.

Sie wollen ein Zeichen setzen und die Besucher auf ihr Kaufverhalten aufmerksam machen. Dabei geht es darum, sich Fragen über Produktion der Kleider zu machen und unter welchen sie stattgefunden hat. Das Motto der Party lautet: „Mehr Qualität und faire Produktion statt Quantität.“

Für diejenigen, die nicht mehr bis zur nächsten Tauschbörse warten wollen und ihre alte Kleidung loswerden möchten, gibt es die Möglichkeit alte Kleidung an Secondhand-Shops zu spenden. Das sind folgende: Karlshöhe Gebrachtwarenladen, Kleiderkiste des Caritas-Zentrums, Kleiderlädle Hirschbergund, Diakonieladen Glücksgriff und der Diakonielade im Grünbühl.

Info Die nächste Kleiderbörse findet erst nächstes Jahr statt: Am 26. Januar 2019 von 11 bis 12.30 Uhr im Gemeindesaal St. Johann, Belschnerstraße 39, in Ludwigsburg statt.

Mehr über die Fairtrade-Agendagruppe

Die Gruppe besteht aus bürgerschaftlich Aktiven und Vertretern menschenrechtsengagierter Organisationen, die sich im November 2009 unter dem Dach der Lokalen Agenda zur Fairtrade Agendagruppe Ludwigsburg zusammenschloss. In monatlichen Sitzungen beraten sie über aktuelle Themen und skizzieren Projektkonzepte. Details für die Öffentlichkeitsarbeit, Markt- und Produktanalysen oder Aktionen werden dann in Arbeitsgruppen erarbeitet und umgesetzt.

Sie informieren die Verbraucher über den Fairen Handel und geben Orientierungshilfen. Die Gruppe  versucht auch den Handel, die Gastronomie und die Großverbraucher zu gewinnen, vermehrt fair gehandelte Produkte in ihr Sortiment aufzunehmen. Bei öffentlichen Stellen wie Stadt, Kirchen, staatlichen Einrichtungen drängen sie darauf, dass bei der Vergabe öffentlicher Aufträge auch soziale und ökologische Kriterien beachtet werden. ifi

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