Ludwigsburg Tatort-Star zu Gast im Leseclub

Der Schauspieler Richy Müller besuchte die Eichendorffschule in Ludwigsburg-Grünbühl und las mit den Grundschülern eine Geschichte über Autos.
Der Schauspieler Richy Müller besuchte die Eichendorffschule in Ludwigsburg-Grünbühl und las mit den Grundschülern eine Geschichte über Autos. © Foto: Werner Kuhnle
Von Ifigenia Stogios 14.06.2018

Gut gelaunt und in Blümchen-Hemd erschien der bekannte Schauspieler und Tatort-Kommissar Richy Müller bei der Eröffnung des Leseclubs in der Ludwigsburger Eichendorffschule. Durch das Unternehmen Porsche, das die Initiative der Stiftung Lesen unterstützt, kam Müller nach Ludwigsburg. Er ist Markenbotschafter. Nebenbei begeistert er sich für Motorsport und fährt Autorennen. „Porsche unterstützt Schulen ganz bescheiden und hängt es nicht an die große Glocke“, sagte er.

Selbst gedichteter Rapsong

27 Schüler der Klassen 2 und 3 empfingen den Schauspieler mit einem Rapsong, den die Klassenlehrerin Gine Just-Klaiber selbst gedichtet hatte. Er thematisiert die Vorteile des Lesens wie etwa, dass der Horizont erweitert wird. Müller erzählte, dass Lesen eine sehr bedeutsame Rolle in seinem Alltag spiele, „denn ohne Lesen könnte ich nicht meine Rollen auswendig lernen.“ Weiter sagte er: „Ich setze mich dafür ein, dass möglichst viele Kinder ganz einfache Zugänge zum Leselernen erlangen, wie etwa ein Leseclub.“

„Sie haben hier wahrhafte Fans“, empfing ihn Schulleiterin Karin Falschebner. Sie verriet, dass sie sich am Tag davor Sorgen gemacht habe, ob alles klappen würde, den in dem Vorraum war wegen des Unwetters Wasser eingedrungen. „Die Aufregung war groß“, sagte sie.

Danach las Müller mit fünf Kindern aus dem Buch „Ein spannendes Autorennen“ von Katja Richert. Jedes Kind las seinen Teil  ausdrucksvoll und motiviert. „Das hat gut geklappt, so als ob wir es 1000 Mal gemeinsam geübt hätten“, sagte Müller zufrieden. Seinen Sinn für Humor ließ er mehrmals aufblitzen und er zögerte nicht, sich über seine Körpergröße lustig zu machen.

Als sich alle für ein Foto aufstellten, sagte der Tatort-Kommissar, er wolle ganz vorne stehen, weil er so groß wie die Kinder sei. Und er bevorzugte, es sich beim Vorlesen auf einen Hocker statt auf einen Sessel zu setzten, denn dort „versinke ich“. Außerdem fragte er die Schüler, ob sie den Kinderfilm „Die Vampirschwestern“, in dem er eine Rolle inszeniert, kennen. Weil sich nur wenige meldeten, sagte er: „Deshalb war der Film nicht so erfolgreich.“ Darauf lachten alle. Als besonders erfolgreich empfand Bürgermeister Werner Spec das soziale Projekt des Leseclubs. Er lobte die Stiftung, die Schule sowie Porsche und Müller. Es werde hier gute pädagogische Arbeit geleistet. „Richy Müller ist nicht nur ein toller Schauspieler, sondern auch ein toller Mensch“, sagte Spec.

Bei der Veranstaltung durfte  der Geschäftsführer der Stiftung Lesen, Dr. Jörg Haas, nicht fehlen. Er betonte, wie wichtig es sei, lesen zu können. „In Deutschland gibt es drei Millionen Kinder, die nicht lesen können und 7,5 Millionen Analphabeten. „Der Leseclub solle den Kindern einen Zugang zum Lesen ermöglichen“, sagte er. Dort macht lesen Spaß, da die Kinder ohne Zwang lesen.

Multifunktionaler Raum

Die Wände des Leseclubs waren mit bunten Bildern verziert. Die hatten die Schüler gemalt und sie stellen Menschen dar, die ein Buch vor sich halten. Im Raum des Leseclubs befindet sich bereits eine interaktive Tafel. Mittels eines Beamers können Bilder und Wörter darauf angezeigt werden, damit auch Schülern, denen das Lesen schwerfällt, besser üben können. Wie die Schulleiterin berichtete, wird es auch noch Computer in den Raum geben. Dort werden dann die Kinder Buchpräsentationen vorbereiten oder sich in eine Kuschelecke mit einem Buch zurückziehen können.

„Sie freuen sich riesig, wir wollen gemeinsam tolle Geschichten und Bücher  entdecken.“ Vor der Bücherecke versammelten sich  dann die Kinder und warteten bis Richy Müller das rote Band durchschnitt. Dann überreichte der Schauspieler den Kindern eine Bücher-Box  rund um das Thema Auto.

Er wies die Schüler darauf hin, sorgfältig mit den Büchern umzugehen. „Keine Eselsohren, obwohl, gebrauchte Bücher sind besser als neue“, meinte der Schauspieler.

Stiftung Lesen und die bundesweiten Leseclubs

Die Leseclubs sind eine bundesweite Initiative der Stiftung Lesen. Inzwischen besuchen 10 000 Kinder zwischen 6 und 12 Jahren regelmäßig die mittlerweile 400 Leseclubs, die Stiftungen in allen Bundesländern eingerichtet hat.

Porsche unterstützt die Initiative im Raum Stuttgart und an mehreren Werkstandorten. Die Stiftung Lesen ging 1988 aus dem 1977 gegründeten Verein Deutsche Lesegesellschaft hervor. ifi

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