Konzert Stuttgart mitten in Ludwigsburg

Freundeskreis enttäuschte bei des KSK Open im Ludwigsburger Schlosshof seine Fans nicht: Die Band spielte alle ihre großen Hits.
Freundeskreis enttäuschte bei des KSK Open im Ludwigsburger Schlosshof seine Fans nicht: Die Band spielte alle ihre großen Hits. © Foto: Werner Kuhnle
Ludwigsburg / Von Frank Ruppert 06.08.2018

Einen Ausflug in die Blütezeit des deutschen Hip-Hop hat die Band Freundeskreis am Samstagabend zum Abschluss der KSK-Music-Open im Schlosshof in Ludwigsburg geboten. Die Stuttgarter Combo – 1996 gegründet und vier Jahre aktiv – hat zwar nur drei Studioalben, eins davon ein Best-of, hat den Sprechgesang aus der Landeshauptstadt geprägt.

Die großen Hits, allen voran „A-N-N-A“, Esperanto und Tabula Rasa gehören zu den Klassikern des Genres. Dass das auch heute noch eine große Anziehungskraft hat, sieht man daran, dass laut Veranstalter 8000 Menschen zu einem der wenigen Konzerte der Band gekommen waren. Der größte Teil davon hat die Hochphase der Band in den 90er-Jahren als Jugendliche miterlebt und schwelgte an diesem Abend in Erinnerungen.

Freundeskreis enttäuschte die treuen Anhänger nicht. Die Band, die 2007 das Zehnjährige ihres ersten Albums „Quadratur des Kreises“ mit einer Best-of-Platte feierte und 2017 anlässlich des Zwanzigjährigen wieder zu Konzerten zusammenkam, spielte die großen Hits. Dabei wurden Frontmann Max Herre, DJ Friction und Don Philippe nicht nur von einer Live-Band sondern auch von den Rappern Sekou und Afrob sowie Joy Denalane und der Sängerin Rachel unterstützt.

Los ging das Konzert gleich mit einem Paukenschlag: Joy Denalane und Max Herre gaben „Esperanto“ zum Besten und die Zuschauer zeigten sich textsicher. Vom ersten Ton an gelang es den beiden das alte Freundeskreis-Gefühl im Schlosshof zu verbreiten. Freundeskreis stand immer für Völkerverständigung. Die Band stand an der Speer

spitze der Conscious-Rap-Bewegung in Deutschland, also all der Sprechgesangsartisten, die mit ihren Texten etwas Politisches aussagen und zum Nachdenken anregen wollten. Nach der Eröffnungsnummer, die die Stimmung für den Abend vorgab, durfte das ganze Publikum schreien „Schön, dass du wieder da bist“, als Herre und Denalane die Liebeserklärung „1ste Liebe“ an Stuttgart – ein Stück von einem von Max Herres Soloalben - sangen.

Herre war sich seines quasi Heimspiels wohl bewusst und eine kurze Abfrage im Publikum zeigte, dass „Stuggi“ gegenüber „Lubu“ anscheinend in der Mehrheit war. Nach ein paar Versuchen mit „Lubu“ und „Großraum“ sprach Herre das Publikum in der Folge also nur noch als „Stuggi“ an. Obwohl die angekündigte Reise von den Anfängen zu aktuelleren Nummern nicht chronologische eingehalten wurden, wurden keine Hits vermisst.

Neben Freundeskreis-Hits und Solonummern von Max Herre begeisterte der erweiterte Freundeskreis auch mit dem Knaller „Reimemonster“ von Afrob und souligen Stücken von den Platten Denalanes. Dass Denalane und Herre mehr als gut harmonierende Sänger sind spürte man bei dem sehr persönlich vorgetragenen Liebeslied „Mit Dir“, das besonders die Paare im Publikum verzauberte. Gegen Ende des Konzert, das nach zwei Stunden noch eine halbe Stunde Zugabe enthielt, wurden auch die ruhigeren Nummern „Halt dich an deiner Liebe fest“ und „Wenn der Vorhang fällt“ gespielt. Zu den Klängen von Bob Marley‘s „Jammin“ verabschiedete sich die Band und Herre dankte passen seinem „Stuggi“ mitten in Ludwigsburg.

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