Der 52-jährige Mann, der in Ludwigsburg mit mehreren tiefen Messerstichen seine Ehefrau lebensgefährlich verletzte (die BZ berichtete), ist zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Stuttgarter Landgericht änderte den Tatbestand von Mordversuch auf Totschlagsversuch herab.

Der Fall, mit dem sich die Schwurgerichtskammer des Stuttgarter Landgerichts mehrere Wochen lang befasst hatte, war dadurch gekennzeichnet, dass sich Täter und Opfer im Gerichtssaal plötzlich wieder versöhnten und die Ehefrau, die ihren Mann einst wegen dessen Alkoholsucht verlassen hatte, erneut mit ihm zusammenleben will. Er hatte sie im Treppenhaus der Ludwigsburger Wohnung einer Freundin niedergestochen.

Der Staatsanwalt hatte die insgesamt sieben Messerstiche des Angeklagten gegen seine Ehefrau als einen versuchten Mord gewertet und siebeneinhalb Jahre Freiheitsstrafe beantragt. Anders urteilte jetzt die Schwurgerichtskammer. Für die Richter lag nach umfangreicher Aufarbeitung des Falles in der Beratung der Tatbestand des versuchten Mordes aus niederen Beweggründen nicht vor. Geblieben war laut dem Urteil nur noch der versuchte Totschlag, verbunden mit gefährlicher Körperverletzung. Der Mann hatte vor der Tat Alkohol getrunken.