Ludwigsburg Spielwiese der Begegnung

Künstlerin Elisa Manig aus Dresden mit ihrer Installation in der Ludwigsburger Karlskaserne.
Künstlerin Elisa Manig aus Dresden mit ihrer Installation in der Ludwigsburger Karlskaserne. © Foto: Martin Kalb
Ludwigsburg / Von Susanne Yvette Walter 07.03.2018

Kreative Geister erkennen, wann eine Begegnung unter Künstlern Blüten trägt und wann nicht. Bei ihrer ersten Begegnung in Ludwigsburg im vergangenen Jahr ging es vier Kunststudenten der Hochschulen Stuttgart und Dresden so, dass sie sich gegenseitig Impulse senden konnten. Wäre das nicht der Fall, so hätten sie wohl kaum ein zweites Mal bei der Ludwigsburger Kunstschule Labyrinth um einen Ausstellungsraum gebeten.

Die gemeinsame Werkschau „Gegenüber“ im Kunstzentrum  Karlskaserne ist bis 25. März zu sehen. Vier Kunststudierende aus Stuttgart und Dresden machten sich erneut auf den Weg zu einer spannenden Rauminstallation in einem Gebäude, das schon eine Herausforderung ist. Schließlich handelt sich um einen rustikalen und schnörkellosen Klinkerbau der Karlskaserne in Ludwigsburg.

Geräusch-Performance

Seungchul Choi, Sabrina Fuchs und Pia Stoll sind junge Künstler der Stuttgarter Hochschule und Elisa Manig der Dresdener Hochschule. Sie schufen spontan Gemeinsames: Rauminstallationen, Foto- und Videokunst, Skulpturen zwischen Funktions- und Schauobjekt sowie Spiegellabyrinthe, die sich dem Raum öffnen. Dazu gibt es eine Geräusch-Performance. Das Thema „Gegenüber“ kennt viele kreative Antworten, die den Raum zu einer Spielwiese der Begegnung mit Objekten, anderen Menschen und dem eigenen Selbst machen.

Elisa Manig aus Dresden hat eine Hörinstallation mitgebracht. Sie hat das „Dopsen“ eines Gummiballs aufgenommen, das sich durch den Verstärker anhört wie ein verlangsamter Herzschlag. Während das Klopfen leise durch den Raum geht, fällt der Blick auf eine Arbeit, die den Lichteinfall an einem Fenster thematisiert. Gegenüber stehen sich dort nicht nur Kunststudentinnen aus Stuttgart und Dresden, sondern auch auch Kunst und Realität.

Ungewöhnlicher Spiegel

Sabrina Fuchs gibt dem Betrachter einen besonderen Spiegel in die Hand. Mit Hilfe eines Sandstrahlgebläses hat sie in der Mitte das Spiegelglas in ein gewöhnliches verwandelt. Das Ergebnis? Am Rand des Glases sieht man sich, in der Mitte schaut man durch das Fensterglas in den Raum – auch eine Art Gegenüberstellung.

Noch ein Höhepunkt der Ausstellung: Fotos von Augen sind zu sehen, die den Besucher durch den Kunstraum begleiten.

In der Mitte des Raumes stehen ein Tisch aus Sperrholz und ein Stuhl, um Platz zu nehmen und die Umgebung auf sich wirken zu lassen. Seungchul Chori sorgte für diese kleine Oase. „Gegenüber“ bedeutet vieles und knüpft Bezüge zu Menschen und künstlerischen Arbeiten untereinander. Die Ausstellung lädt dazu ein, in das Kaleidospkop der Möglichkeiten hineinzugehen. Eine Kostprobe von Kunst im freien Raum bekommt der Besucher im Innenhof der Karlskaserne, denn dort haben die vier einen begehbaren Holzquader geschaffen, weiss gestrichen und das Dach mit einer Folie überspannt.

„Wenn auf die Folie Regenwasser kommt, entsteht eine Linse, die sie an der weißen Wand abbildet“, beschreibt Sabrina Fuchs die physikalische Attraktion.

Info Die Vernissage zur Ausstellung „Gegenüber“ ist am Donnerstag, 8. März um 20 Uhr. Mizi Lee aus Stuttgart will für eine Performance sorgen. Und eine Finissage gibt es auch, am Sonntag, 25. März um 14 Uhr mit Lisa Moll aus Stuttgart und „Klappmusik mit Gesang“.

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