Drehleitern, Gerätewagen oder Rüstwagen zählen zu den Sonderfahrzeugen innerhalb der Feuerwehr. Es gibt sie nicht an jedem Standort, aber diejenigen Wehren, die damit ausgestattet sind, rücken damit auch zur Unterstützung bei Bränden oder Unfällen außerhalb ihres Standorts aus. Wegen dieser "grenzüberschreitenden" Funktion gab es bisher schon neben den Landes- auch Kreiszuschüsse für ihre Anschaffung. Die sollen nun aber anders ausgerichtet werden.

Jürgen Vogt, der Chef des Kreisdezernats Recht, Ordnung, Verkehr, machte im Ausschuss für Umwelt und Technik darauf aufmerksam, dass die Zuwendungsquote bei der Förderung im Regierungsbezirk Stuttgart in diesem Jahr bei nur 48 Prozent lag. Das stelle die Kommunen und Kreise vor eine erhebliche Finanzierungslücke. Nicht realisierte Fahrzeugbeschaffungen aufgrund fehlender Zuwendungsmittel stellten eine "Bugwelle" dar, die mittelfristig nicht abgearbeitet werden könne.

Es gelte deshalb, zukünftige Beschaffungen noch stärker am tatsächlichen Bedarf und der dringenden Notwendigkeit in einer Kommune auszurichten. Dabei sollten auch die Tagesverfügbarkeit, die technischen Entwicklungen und vor allem die Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit verstärkt berücksichtigt werden.

Vogt unterbreitete dazu dem Ausschuss für Umwelt und Technik am Montag eine Reihe von Vorschlägen, die auch einstimmig, als Empfehlung an den Kreistag, gebilligt wurden. So soll es künftig für Sonderfahrzeuge, die nach der Feuerwehrbedarfsplanung auch für überörtliche Einsätze notwendig sind, vom Kreis einen Zuschuss von 50 Prozent der vom Land gewährten Zuwendung geben. Für Spezialfahrzeuge, die es nur ein- bis zweimal im Kreis gibt und die daher zu über 50 Prozent außerhalb der Standortkommune kreisweit eingesetzt werden, kann auf Antrag in Einzelfällen auch ein Kreiszuschuss bis zur vollen Höhe der Landeszuwendung gewährt werden.

Im Unterschied zur bisherigen Förderung ist damit bei der Förderung nicht der tatsächliche Anschaffungspreis, sondern die Höhe der Landesförderung entscheidend. Diese berücksichtigt vor allem den einsatztaktischen Wert des Fahrzeugs. Fahrzeuge, die üblicherweise zur Erfüllung der Pflichtaufgaben einer Gemeindefeuerwehr vorgehalten werden, werden vom Kreis weiterhin nicht bezuschusst.

Um noch wirtschaftlicher zu werden, hat der Landkreis darüber hinaus ein "Wechselladerkonzept" entwickelt. Dieses sieht vor, dass Sondergerät für den Hochwasserschutz, Gefahrguteinsätze, außergewöhnliche technische Hilfeleistungen und Großbrände zukünftig verteilt an vier Standorten im Land-kreis für alle Gemeinden des Landkreises zur Verfügung stehen soll. Folgende Standorte sind geplant: Ludwigsburg (Einsatzleitcontainer, Atemschutz und Rüstmaterial), Vaihingen (Gefahrgut und Wasserförderung über lange Wegstrecken), Bietigheim-Bissingen (Hochwasser und Rüstmaterial) und Remseck (Hochwasser und Sonderlöschmittel). Für die Geräte, die sich auf sogenannten Abrollcontainern befinden, gibt es einen gestaffelten Kreiszuschuss (zwischen 50 und 100 Prozent des Beschaffungspreises), die Beschaffung der Trägerfahrzeuge ist Sache der jeweiligen Gemeinde.

Die Kreisräte billigten in ihrer Sitzung am Montag auch gleich den Kauf eines Abrollbehälters "Gefahrgut" für Vaihingen - als Ersatzbeschaffung - mit voraussichtlichen Kosten von 300 000 Euro. 112 000 Euro gibt das Land, sodass der Landkreis rund 190 000 Euro aufbringen muss. Wie Dezernent Vogt berichtete, haben sich die getroffenen einsatztaktischen Vorkehrungen bei der Feuerwehr mittlerweile bereits bei mehreren Einsätzen bewährt.