Wir haben richtig Gas gegeben“ sagte Bettina Beck, Leiterin des Dezernats Finanzen, Schulen, Liegenschaften des Landratsamts in der jüngsten Sitzung des Kreistagsausschusses für Umwelt und Technik. Gemeint ist die Planung für die neue Kita im Landratsamt Ludwigsburg. Da präsentierte die Verwaltung nämlich schon die weiteren Schritte samt Auftragsvergaben. Die Rohbauarbeiten für das Gebäude sollen bereits im Mai beginnen. Der Spatenstich soll vor der Sitzung des Kreistags am 12. April erfolgen. Es wird mit einer Gesamtbauzeit von 17 Monaten gerechnet, sodass der Neubau voraussichtlich im September 2020 fertiggestellt werden könnte.

Auf der Grünfläche zwischen dem Mitarbeiterparkplatz des Landratsamts und den Gebäuden Hindenburgstraße 20/2 und 20/3 soll das zweigeschossige Gebäude auf dem Areal der Königsallee, in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Verwaltungsgebäuden entstehen. Die Kosten beziffert Beck auf rund 2,94 Millionen Euro. „Wir bekommen von der Stadt Ludwigsburg eine Millionen Euro Förderung, dafür nehmen wir dann auch Kinder, deren Eltern nicht im Landratsamt arbeiten“, erklärte Beck.

Der Neubau soll laut Sitzungsvorlage zwei Ebenen mit jeweils etwa 370 Quadratmetern Nettoraumfläche und eine Außenfläche von etwa 740 Quadratmeter haben. Das Betreuungsangebot soll vornehmlich Kindern von Mitarbeitern des Landratsamts und Kindern von Landesbediensteten, die beim Landratsamt tätig sind, ab dem ersten Lebensjahr bis zum Schuleintritt zur Verfügung stehen. Die Öffnungszeiten der Kita sollen an die Arbeitszeiten des Landratsamts angepasst werden. Geplant ist eine dreigruppige Kindertagesstätte mit 35 bis 40 Plätzen. Optional soll die Möglichkeit bestehen, bei Bedarf eine weitere halbe Gruppe für zehn Kinder über drei Jahre zu öffnen.

Keine Zeit verlieren

Das mit der Planung beauftragte Büro KMB aus Ludwigsburg habe den Bauantrag schon im Oktober eingereicht. Um keine Zeit zu verlieren, wurden die Rohbauarbeiten vorgezogen und öffentlich ausgeschrieben. Das günstigste Angebot kam von der Firma Götz aus Nürtingen und beläuft sich auf rund 558 000 Euro. Damit liegt man fast 60 000 Euro über dem Planungsansatz. „Darin sind aber auch die Entsorgung des Öltanks und Gerüstarbeiten in Höhe von 45 000 Euro enthalten“, erklärte Beck. Die eigentlichen Mehrkosten beliefen sich somit für den Rohbau auf rund 15 000 Euro. Von allen Fraktionen wurde Zustimmung zum Vorhaben und weiteren Vorgehen signalisiert. Einzig Reinhard Rosner (CDU) hatte etwas an der Beschlussempfehlung auszusetzen. Genauer an Ziffer 2 des Beschlussvorschlags: „die überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 290 000 Euro zu genehmigen. Die Deckung erfolgt aus der Deckungsreserve 2018“. Rosner kritisierte, dass auf diese Weise auch Ausgaben, die nicht im Jahr 2018 getätigt wurden, aus der Deckungsreserve des Jahres finanziert würden, und das sei nicht erlaubt. „So kann ich dem nicht zustimmen“, sagte Rosner. Was folgte, war eine längere Diskussion zur „Semantik“ wie es Landrat Dr. Rainer Haas nannte. Auch Ratsmitglied Volker Godel (FDP) schaltete sich dazu ein, zeitweilig schien sogar ein Beschluss gefährdet und Haas schlug vor, die strittige Formulierung außen vor zu lassen. Schließlich wurde dann die Anregung von Rosner aufgenommen, auch wenn Haas selbst sagte, dass er den Unterschied nicht recht verstehe, „aber vielleicht haben Sie ja Zeit mir das nachher noch mal zu erklären“, richtete sich der Landrat an Rosner.

Bettina Beck hatte eingeräumt, dass man die Passage mit der Deckungsreserve schon früher hätte beschließen können, dann wäre es nicht zu einer solch strittigen Formulierung gekommen.

Info: Die technischen Gewerke und die Ausbaugewerke für die neue Kindertagesstätte des Landratsamts sollen laut Kreistagsvorlage am 17. Mai vergeben werden.

Besucher-Tiefgarage wird noch bis Mitte Mai saniert


Alois Braunmiller Fachbereichsleiter Hochbau und Liegenschaften beim Landratsamt Ludwigsburg stellte im Ausschuss für Umwelt und Technik eine weitere Baumaßnahme vor. Dabei ging es um die Besucher-Tiefgarage des Kreishauses. Dort seien die Park- und Fahrflächen in großen Teilen beschädigt.  Eine Teilreparatur sei nicht sinnvoll, da keine dauerhafte und optisch verträgliche Lösung erreicht werden könne. Um die Bodenplatten in Zukunft vor Streusalzeintrag zu schützen, sei es dringend erforderlich, die komplette Fläche zu überarbeiten,  beschädigte Betonflächen zu sanieren und eine vollflächige Bodenbeschichtung aufzubringen. „Je nach Wetterlage wissen manche schon, dass man an einigen Ecken besser nicht parkt, um keine Flecken im Auto zu haben“, beschrieb Braunmiller die Situation in der Garage vor der laufenden Sanierung.

Die Arbeiten sollen Anfang April direkt im Anschluss an die derzeit laufenden Betonsanierungsarbeiten der Stützen ausgeführt werden. Die Fertigstellung mit Aufhebung der Sperrung der Tiefgarage ist für Mitte 2019 geplant. „Das Ziel ist, Mitte Mai fertig zu sein“, konkretisierte Braunmiller.

Die erforderlichen Haushaltsmittel stehen laut Vorlage im Ergebnishaushalt des Kreishauses zur Verfügung. Die Kostenschätzung der Verwaltung liegt bei 195 000 Euro. Günstigster Anbieter war die Firma Betosan, die die Betonsanierung für knapp 135 000 Euro übernehmen wird. Der Ausschuss gab dazu seine einhellige Zustimmung.

Die Zahl der Behindertenstellplätze war ebenfalls Thema der Diskussion. Aus dem Kreis der Ausschussmitglieder wurde gefragt, ob diese ausgelastet seien oder ob man auch mit weniger als den bisherigen fünf auskäme. Von der Verwaltung hieß es zunächst man habe weder zu viel noch zu wenige Behindertenparkplätze. Nach einiger Diskussion sagte Braunmiller dann aber, dass man die Auslastung im Blick habe und bei Bedarf auch in der Lage sei einen der Parkplätze umzuwandeln. Da sei aber nichts entschieden.

Wenn das Parkhaus wieder öffnet, soll es auch eine Anzeige mit den noch freien Stellplätzen geben, sagte Braunmiller. Dies sei als Service heute weitestgehend üblich erklärte Landrat Dr. Rainer Haas. Sein Fachbereichsleiter wies aber gleich darauf hin, dass solche Systeme nicht immer absolut akkurat arbeiteten. Wohl um die Erwartungshaltung etwas zu dämpfen. fr