Hilfe Solidarität unter Schülern

Miriana Zaccaria.
Miriana Zaccaria. © Foto: OWS
Ludwigsburg / Ifigenia Stogios 08.06.2018

Die Ludwigsburger Berufsschule sammelte 1000 Euro für die Schülerin Miriana Zaccaria. Sie besucht im Rahmen ihrer Ausbildung zur Friseurin die einjährige Berufsfachschule.

Im April brach in Besigheim ein Brand aus. Der Küchenbrand griff zuerst auf den Dachstuhl des betroffenen Hauses über, dann setzten die Flammen die Dächer von drei angrenzenden Gebäuden in Brand (die BZ berichtete). Das Reihenhaus, in dem die 17-jährige Miriana Zaccaria wohnt, war auch betroffen. „Während des Brands war ich auf der Arbeit“, sagt sie. Ihre Familie befand sich allerdings zu Hause. Glücklicherweise wurde kein Familienmitglied schwer verletzt. Ihre Mutter kam jedoch mit einem Schwächeanfall ins Krankenhaus, und ihren Hund hat die Feuerwehr noch rechtzeitig aus der Wohnung gerettet.

Drei Wochen verbrachte die fünfköpfige Familie in einer Notunterkunft. Eine schwierige Zeit, denn dort stand ihnen nur wenig Wohnraum zur Verfügung. „Ein Wohnzimmer und ein Schlafzimmer“, berichtet sie.

Der Schicksalsschlag ließ ihre Klasse nicht unberührt. Klassenlehrer Markus Jung und seine Schülerinnen schmiedeten einen Plan. Zwei Wochen lang verkauften sie in den Pausen Waffeln. Sie sammelten Spenden vom Lehrerkollegium und von Friseurmodellen, die sie zum Modelltag der Friseure eingeladen hatten. Der Erlös ging an die Familie des Brandopfers.

Enorme Sozialkompetenz

„Als meine Mutter davon erfuhr, ist sie in Tränen ausgebrochen“, sagt die angehende Friseurin. „Die Schule hat enorme Sozialkompetenz gezeigt, die Bereitschaft war riesig“, ergänzt ihre Klassenkameradin Rana Hamadi. Der Klassenlehrer sagt. „Wir haben damit gerechnet, dass 300 bis 400 Euro zusammenkommen, niemand hätte gedacht, dass letztendlich 1000 Euro gesammelt werden.“

Drei Wochen nach dem Brand durfte die Schülerin wieder in die Wohnung einziehen. Es ist jedoch noch nicht sicher, ob die Familie weiterhin in dem Gebäude, das unter Denkmalschutz steht, wohnen darf. „Wir leben in der Ungewissheit und haben auch keine weiteren Familienangehörigen, bei denen wir notfalls unterkommen könnten“, sagt sie. Doch sie verliert nicht ihren Mut. Die Unterstützung ihrer Schule hat dazu beigetragen. „Es war eine starke Aktion, nicht viele würden so etwas machen. Der Zusammenhalt ist deutlich zu spüren.“

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel