Ludwigsburg So viel Inspiration

Projektleiterin Katrin Kulik steht vor einem bunten Gemeinschaftsbild, das die Unterwasserwelt darstellt. Das Bild haben Kinder der Kunstschule zusammen gemalt.
Projektleiterin Katrin Kulik steht vor einem bunten Gemeinschaftsbild, das die Unterwasserwelt darstellt. Das Bild haben Kinder der Kunstschule zusammen gemalt. © Foto: Martin Kalb
Von Susanne Yvette Walter 29.06.2018

Um das Thema „Zukunft“ kreist dieses Mal die Jahresausstellung der Kunstschule Labyrinth  und zeigt Bilder, Objekte, Zeichnungen und Keramikreliefs der rund 80 teilnehmenden Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren. Sie stellen klar: Kreativität ist eine der wichtigsten Ressourcen mit Blick in die Zukunft.

 Die Kunstschule Labyrinth kümmert sich nicht nur um die kreative „Ausbildung“ ihrer Schüler in den Bereichen Tanz, Theater und Bildende Kunst. Sie öffnet jungen Talenten auch Bühnen und Ausstellungsräume, wie bei der Jahresausstellung. Unter dem Stichwort „Zukunft“ ließen die Kunstschüler diesmal viele interessante Arbeiten entstehen. Und das machten sie, in Kombination mit dem Projekt „Die Zukunft ist jetzt!“, einer Kooperation mit dem Stadtarchiv, dem Mörike-Gymnasium, der Elly-Heuss-Knapp-Realschule und der Kunstschule Labyrinth.

In der ganzen Stadt wirken

Zum Zukunftsprojekt „Die Zukunft ist jetzt!“ gehört das „Baden in der Innenstadt“, denn das Kunstprojekt will nicht nur im begrenzten Raum, sondern in der ganzen Stadt wirken. Inmitten der Arbeiten der Kinder im Kunstraum der Karlskaserne wurde deshalb auch ein kleines Stadtarchiv aufgebaut mit Originalmobiliar, um die Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv deutlich zu machen.

Wie die Idee zu diesem Projekt entstanden ist? „Das diesjährige Stadtjubiläum Ludwigsburg „300 Jahre Stadt werden“ stellt Stadtentwicklungsthemen in den Mittelpunkt. Es bezieht sich auf ein historisches Ereignis, ist aber vom Fokus her auf die Zukunft gerichtet. „Kinder haben eine ganz genaue Vorstellung davon, in was für einer Stadt sie leben möchten. Dieses Potential sollte man nutzen. Sie sind schließlich die zentralen Akteure der Zukunft“, erklärt Katrin Kulik, die in der Kunstschule Labyrinth für Kooperationen in Kunst und Bildung zuständig ist.

Zukunft und Gegenwart

Die Zusammenarbeit mit dem Ludwigsburger Stadtarchiv kam auch durch die spannende Frage: Was können wir aus einer Urkunde oder einem alten Foto für unsere Gegenwart und Zukunft ableiten? Im Projekt selbst sind zwei Schülergruppen über fünf Monate einmal die Woche ins Archiv gegangen und haben ihre persönlichen Highlights „geborgen“: Alte Stadtkarten, Fundstücke, Fotografien. Thora Gerstner und Achim Sauter, zwei Künstler, begleiteten sie dabei und gaben Anregungen.

Es ging darum, sogenannte „Irritationspunkte“ im Stadtraum zu schaffen. An sechs Orten in der Stadt finden sich nun solche Punkte, die Passanten ins Auge stechen wollen, dank der Kooperation mit der Kunstschule Labyrinth. Sechs Werke entstanden, die irritieren wollen. Wer ihnen beim Stadtbummel begegnet und mehr über sie wissen möchte, scannt einfach den daneben klebenden QR-Code. Dann weiß er, was das irritierende Objekt mit dem 300-jährigen Stadtjubiläum zu tun hat. Kleine Hilfe: Die Irritationspunkte befinden sich am Marstall, auf dem Marktplatz in der Wilhelmstraße Ecke Körnerstraße, am Stadtarchiv, an der Filmakademie und am Schiller- und Mörike-Gymnasium.

Dem Projekt liegt die Auffassung zugrunde, dass „Stadt“ nicht nur ein architektonischer, sondern auch auch ein sozialer und politischer Raum ist, der von seinen Bewohnern gestaltet und verändert wird. Stadtentwicklung sollte daher eine gesellschaftliche Aufgabe sein, kein auf dem Reißbrett entworfenes abstraktes Modell.

„Da in Stadtentwicklungsprozessen im Ideal alle Bürger miteinbezogen werden sollten, ist es nur gut und schön, dass auch Kinder, egal welchen Alters, hier mitmischen dürfen. Stadtentwicklung wird hier als Zeichen der Zukunft gesehen“, erklärt Katrin Kulik. Das Stadtarchiv diente dem Projekt als Informationsvermittler und vor allem als reich bestückte Schatzkammer mit stadtgeschichtlichen Dokumenten.

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