Kunstverein Skulpturen aus dem kindlichen Fuhrpark

Susanne Yvette Walter 18.07.2018

Am Donnerstagabend, 19. Juli, rücken zwei Künstler im Kunstverein Ludwigsburg ins Zentrum: Thomas Putze lädt ein, seine Ausstellung „Ausflüge“, die aus charmanten Collagen besteht, in den Räumen des Kunstvereins zu erkunden und die Malerin Elke Zemelka zeigt Details des menschlichen Körpers – emotionale Bilder in Erdfarben, im Gewölbekeller einen Stock tiefer.

Noch zwei Tage vor der Vernissage sieht es aus wie Kraut und Rüben im großen Ausstellungsraum des Ludwigsburger Kunstvereins im MIK – Museum Information Kunst. Maler, Grafiker und Performancekünstler Thomas Putze breitet sich aus mit Fundstücken, die an einen kindlichen Fuhrpark erinnern: Halbe Dreiräder sind dabei, Fahrradketten, geschwungenes Holz und Metallteile, die in einen neuen Zusammenhang gestellt werden wollen. Der Künstler schnitzte Lieblingstiere wie Eule und Hase und gab ihnen in seinen Installationen einen neuen Kontext. 

Mittelpunkt von Putzes Ausstellung im Kunstverein Ludwigsburg soll eine neu entstehende große Rauminstallation sein, die er zusammen mit Schülern des Ludwigsburger Mörike-Gymnasiums und der Außenklasse der Inklusionsschule Stuttgart-Hausen entwickelte. Ob aus zerlegten Fahrradrahmen und Astmaterial Skulpturen oder figürliche Arbeiten entstehen, bleibt den Jugendlichen selbst überlassen. Putze legt als Ideengeber vor und stellt einen geschnitzten Hasen, der tanzt, obwohl er in eine schwere Fahrradkette eingewickelt ist. „Ich finde es spannend zu sehen, was aus dem Mateial alles entsteht. Die ersten Schülerarbeiten sind schon fertig und werden bei der Vernissage gezeigt“, erklärt Putze, der auch als Dozent an der Freien Kunstakademie Nürtingen Bildhauerei, Zeichnung und Performance lehrt. 

Die Besucher der Ausstellung können sich nicht nur auf eine ungewöhnliche Performance mit einem Lenkrad und einem Hinterteil eines Dreirades freuen bei der Eröffnung der Ausstellung. In einem Workshop am 2. August um 17.30 Uhr können sie selbst sägen und hämmern, malen und gestalten. 

Die Schüler, die bei der Gestaltung der Ausstellung beteiligt sind, waren in Putzes Atelier in der Container-City vor den Stuttgarter Wagenhallen. Dort fanden sie die Zutaten für diese Ausstellung, die auch eine Hommage ans Chaos ist: „Ich finde das Chaos toll, weil man damit wirklich etwas machen kann“, erklärt Putze. 

Im Gewölbekeller

Im Salon im Gewölbekeller zeigt die in Ludwigsburg geborene Künstlerin Elke Zemelka Details des menschlichen Körpers, die bis zur Abstraktion verfremdet sind. Zemelka ist als Künstlerin geprägt durch die Kultur ihrer Wahlheimat Mexiko und von Einflüssen der zeitgenössischen Malerei. Als sie vor fünf Jahren nach Deutschland zurückkam, hat sie das alte Leben in Mexiko in ein neues mit neuen Sichtweisen in Deutschland integriert. Das Dasein beider gegensätzlicher Kulturen zeigt sich in großen kubischen und doch geometrisch angelegten Rundungen, die in warmen Erdfarben gehalten sind. Die Farbpalette reicht von Olivgrün bis Terrakotta und erinnert an Tongefäße, die in Mexiko entstanden sein können. 

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