Ludwigsburg Sicheres Training für junge Radler

Viertklässler der Ludwigsburger Osterholzschule übten am Dienstag fleißig Radfahren auf der neuen Jugendverkehrsschule auf dem Platz bei der Hirschbergschule.
Viertklässler der Ludwigsburger Osterholzschule übten am Dienstag fleißig Radfahren auf der neuen Jugendverkehrsschule auf dem Platz bei der Hirschbergschule. © Foto: Martin Kalb
Von Ifigenia Stogios 20.06.2018

Bisher gab es in Ludwigsburg keine stationären Übungsplätze zum Radfahren. Das hat sich am Dienstag geändert. Auf einem offenen Platz bei der Hirschbergschule haben nun alle Viertklässlern aus Ludwigsburg die Möglichkeit Radfahren zu üben und nach einer Prüfung einen Fahrradführerschein zu erlangen. Ludwigsburger Schüler werden künftig mit einem Bus zur Jugendverkehrsschule gefahren. Ihre Fahrten finanziert die Stadt.

Die Eröffnung einer solchen Schule erleichtert enorm die Radfahrausbildung, denn laut Martina Kühle, die   bei der Verkehrsprävention tätig ist, sei der Verkehrsfluss der Barockstadt in den letzten Jahren gestiegen. Diese Tatsache erschwert die Fahrradausbildung auf offener Straße umso mehr. Dank der Zusammenarbeit der Stadt, des Polizeipräsidiums, der Porsche AG und der Kreisverkehrswacht sind Schüler nicht mehr solchen Gefahren ausgesetzt. „Hier wird das Verkehrsgeschehen simuliert, gleichzeitig üben Kinder im geschützten Raum und erweitern ihre motorischen Fähigkeiten“, sagte Polizeihauptkommissar Marcello Battista zufrieden.

Vier Trainingseinheiten

Das Training besteht aus vier Einheiten zu je 90 Minuten. Die Viertklässler lernen zum Beispiel, was sie bei einer Linkskurve beachten müssen, wie sie ein Handzeichen geben können und ob der Helm richtig sitzt. In der Klasse bereiten sie sich auf den theoretischen Teil der Prüfung vor. „Wir haben 30 Fahrräder, Helme und 20 Verkehrsschilder zur Verfügung gestellt“, sagte die geschäftsführende Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Ludwigsburg, Jutta Kuhn. All das finanzierte die Porsche AG. Hinzu kam eine Hütte. Dort werden die Fahrräder abgestellt.

Der Polizeivizepräsident des Polizeipräsidiums Ludwigsburg, Burkhard Metzger, war auch vor Ort. Er versicherte, dass Kinder in Baden-Württemberg bezüglich der Verkehrssicherheit gut aufgehoben sind. Trotzdem passieren in den Landkreisen Ludwigsburg und Böblingen Unfälle, in denen Kinder verwickelt sind. „Wir brauchen solche Verkehrsfahrschulen, denn Kinder dürfen hier Fehler machen, ohne dass etwas Schlimmes passiert“, sagte er.

Letztes Jahr kam es zu 172 Verkehrsunfällen, 215 Kinder wurden leicht verletzt und 18 schwer. Die gute Nachricht: „Die Anzahl der schwer verletzten Kinder ist um ein Drittel gesunken und der leicht verletzten um zehn Prozent“, so Metzger. Da  57 Prozent (zwei Drittel davon als Radfahrer und ein Drittel als Füßgänger) aller Unfälle Kinder verursachen, sei es umso wichtiger, dass sie geschult werden. „Im Schuljahr 2016/2017 machten 8500 Kinder ihren Fahrradführerschein“, sagte Metzger.

Die Verkehrsschulung beginnt schon im Vorschulalter: Das Fußgängerverhalten von 5600 Vorschulkindern und 1100 Erstklässlern wurde letztes Jahr in den zwei Landkreisen geschult. Metzger verriet zudem noch, dass es in Bietigheim-Bissingen demnächst auch eine Jugendverkehrsschule geben wird. Die Grundschulkinder, die am Dienstag am Training teilnahmen, waren motiviert und hatten ihren Spaß. Grundschülerin Mia sagte: „Es ist alles sehr gut verständlich und alle sind nett zu uns.“ Ihr Klassenkamerad Dennis meinte: „Wir lernen hier alles, was wir brauchen, damit wir mit dem Fahrrad sicher unterwegs sind.“ Schülerin Andrea verriet, dass sie während des Trainings bei einer Linkskurve ihr Gleichgewicht nicht gut halten konnte. „Ich bin hingefallen, aber ich habe daraus gelernt“, sagte sie schmunzelnd.

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