Ludwigsburg Sechs Millionen für digitale Verkehrssysteme

Ludwigsburg / bz 16.06.2018

Am Freitag hat Ludwigsburg von Bundesminister Andreas Scheuer in Berlin einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 6,1 Millionen Euro erhalten. Die Stadt hatte sich am Förderaufruf zur „Digitalisierung kommunaler Verkehrssysteme“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) beteiligt (die BZ berichtete). Ludwigsburg erhält damit die höchste Fördersumme aller baden-württembergischen Kommunen, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Diese Förderung kann Ludwigsburg im Rahmen des Sofortprogramms „Saubere Luft 2017-2020“ der Bundesregierung für Städte mit erhöhten Stickoxid-Werten einsetzen.

Laut Stadtverwaltung freut sich Ludwigsburgs Oberbürgermeister Werner Spec sehr über den positiven Bescheid, der auch eine Anerkennung für die bislang geleistete Arbeit sei. „Wir wollen wie schon bei der Einführung der Elektromobilität die Chancen einer digitalen Verkehrsinfrastruktur im Sinne der Menschen, die in Ludwigsburg wohnen und arbeiten, aktiv gestalten. Dabei wollen wir die Kompetenzen im digitalen Bereich, die die hier angesiedelten bedeutenden Unternehmen aufgebaut haben, nutzen“, sagt OB Spec.

Im Förderantrag der Stadt sind vor allem Maßnahmen enthalten, die eine weitere Digitalisierung der Verkehrsleittechnik betreffen. Mit den bewilligten Fördergeldern können die ersten schon vollzogenen Schritte zur Digitalisierung der Verkehrsinfrastruktur flächendeckend umgesetzt werden. Dazu gehören die Bevorrechtigung von Bussen und Einsatzfahrzeugen, das Schaffen von Voraussetzungen für autonomes Fahren sowie das Vermeiden von unnötigem Parksuchverkehr. Ziele sind dabei ein flüssigerer Verkehr und die Verbesserung der Luftqualität.

Mit deutlich mehr Zählschleifen auf den stark befahrenen Straßen werden Verkehrsströme in Zukunft besser erfasst. Durch die Daten können Ampeln optimal gesteuert werden. Die Ampelanlagen werden künftig auch flächendeckend mit intelligenten Verkehrsanalysemodulen ausgestattet, so kann der motorisierte Verkehr beständiger durch Ludwigsburg fließen. Einer der wichtigsten Effekte ist laut Stadt, dass durch die intelligente Steuerung des Verkehrs die Fahrzeuge weniger Schadstoffe ausstoßen.

Mit der stadtweiten Ausstattung können Rettungsfahrzeuge künftig im Noteinsatz durchgängig bevorzugt an den Ampelanlagen passieren – das wird bereits heute in Ludwigsburg erprobt (die BZ berichtete). In derselben Form kann mit diesem Verkehrsleitsystem auch künftig der Öffentliche Personen-Nahverkehr auf allen Linien bevorzugt werden.

Die Anlagen werden außerdem schon für sogenannte „car2x“-Kommunikationsmodule von automatisierten Fahrzeugen vorbereitet. Ludwigsburg erfüllt damit eine wichtige Voraussetzung für den Test derartiger Fahrzeuge und schafft die Basis für weitere zukunftsträchtige Arbeitsplätze in einem innovativen Umfeld. Mit dem ebenfalls geplanten, stadtweiten Einsatz von Umweltmessboxen sollen die Möglichkeiten intelligenter Verkehrsleittechnik getestet werden, Schadstoff-Emissionen geografisch zu erfassen und den Verkehr dementsprechend umzulenken. Weiter soll im Gewerbegebiet Weststadt ein digitales Parkplatzmanagement entwickelt werden.

Steuerung über die City Cloud

Als Kernelement für die gesamte digitale Verkehrsleittechnik entwickelt die Stadt Ludwigsburg derzeit eine Smart City-Cloud-Lösung, über die alle Anwendungen gesteuert werden können. Im ÖPNV sind zusätzliche Monitore in öffentlichen Gebäuden und bei interessierten Unternehmen und Institutionen vorgesehen, um damit aktuelle Fahrgastinformationen anzuzeigen. Außerdem sollen dort auch lokale Mobilitätsangebote abgerufen werden können.

Die Umsetzung dieses umfassenden geplanten Maßnahmenpakets muss bis zum 31. Dezember 2019 abgeschlossen sein. In der Stadtverwaltung koordiniert das Referat Nachhaltige Stadtentwicklung unter Federführung von Oberbürgermeister Werner Spec die Durchführung dieser Maßnahmen, verantwortlich für den Aufgabenbereich ist der städtische Mitarbeiter Heinz Handtrack. Die einzelnen Maßnahmen des Pakets wird die Stadtverwaltung bald dem Gemeinderat zur Beratung und Entscheidung vorlegen.

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