Ludwigsburg Schule: Lüften im Kampf gegen Schadstoffe

Ludwigsburg / BZ 04.11.2014
Im Bildungszentrum West in Ludwigsburg gibt es Probleme mit Schadstoffen. Die Stadt setzt nach einer neuerlichen Messung auf intensive Belüftung und ständige Kontrolle.

Im Bildungszentrum West haben Gutachter erneut die Raumluft gemessen. Sie untersuchten im August die Belastung mit Polychlorierten Biphenylen (PCB) und Formaldehyd. Die Messung hatte die Stadtverwaltung im Frühjahr angeordnet. Die Gutachter nahmen sich 22 Räume vor, je elf im Otto-Hahn-Gymnasium und in der Gottlieb-Daimler-Realschule. Wie die Stadtverwaltung am Montag mitteilte, kommt die Messung beim Otto-Hahn-Gymnasium zu dem Ergebnis, "dass das gesamte Gebäude nicht mit PCB belastet ist". Auch in der Realschule werde der maßgebliche Eingreifwert von 3000 ng/m³ in keinem der überprüften Räume überschritten oder annähernd erreicht. Und nur in wenigen Räumen lagen die Messungen über dem Vorsorgerichtwert von 300 ng/m³.

Bei Formaldehyd in der Raumluft sind bisherige Gutachten und darauf aufbauende Empfehlungen des Kreisgesundheitsamtes davon ausgegangen, dass regelmäßiges Lüften auch in stärker belasteten Räumen ausreicht, um den in Deutschland gültigen Eingreifwert von 0,12 mg/m³ zu unterschreiten. Jetzt lagen die Messergebnisse trotz Stoßlüftens in fünf Schulräumen über dieser Schwelle. Formaldehyd ist in zahlreichen öffentlichen und privaten Gebäuden vorzufinden, weil es bis heute in vielen Baustoffen verwendet wird, zum Beispiel in Abdichtungsmaterialien, in Klebstoffen, bei der Herstellung von Spanplatten oder auch von Kunststoffen. Formaldehyd führt bereits in geringer Konzentration zu Reizungen der Augen und Atemwege.

Daher hat die Stadt jetzt in Abstimmung mit Raumluftexperten, den Leitungen der weiterführenden Schulen und nach Beratung mit dem Gesundheitsamt Folgendes veranlasst: Zwei der fünf betroffenen Räume wurden an die automatische Belüftungsanlage angeschlossen, für die anderen drei Räume wird eine automatische Belüftung vorbereitet. Die Stadtverwaltung habe sich zudem entschlossen, so die Mitteilung, das Belüftungsmanagement weiter zu verbessern und durch begleitende Raumluftmessungen zu überprüfen. Die Optimierung beinhalte ein stringentes Durchlüften aller Räume vor dem Unterricht, ein Stoßlüften alle 30 Minuten, sowie die Ausweitung der mechanischen Belüftung.

Weitere Messungen sollen folgen. Eine Komplettsanierung der Schule soll innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre starten.

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