Ludwigsburg Schlägerei in Kneipe beim Bahnhof

Ludwigsburg / Heike Rommel 11.10.2018

Mehrere Würfe mit Bierflaschen auf einen bereits zu Boden geschlagenen Mann haben einem 38-Jährigen aus der Oststadt vor dem Ludwigsburger Amtsgericht eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu jeweils 30 Euro, also 2700 Euro, eingebracht. Der wegen versuchter Körperverletzung Verurteilte war in eine Schlägerei in einer Kneipe in der Nähe des Ludwigsburger Bahnhofs verwickelt. Warum es am 4. Juni 2017 gegen 3 Uhr nachts zu der Auseinandersetzung zwischen rumänischen Männern kam, konnte keiner mehr von ihnen sagen. Zur Tatzeit waren sie alle sturzbetrunken. Dem angeklagten Bauarbeiter warf die Stuttgarter Staatsanwaltschaft vor, er hätte einem anderen Gast eine Bierflasche auf den Hinterkopf geschlagen und dieser sei dadurch mit einer blutenden Platzwunde zu Boden gegangen. Der Angeklagte bestritt den Tatvorwurf der gefährlichen Körperverletzung. „Ich habe diese Person nicht geschlagen“, sagte er. Er hätte überhaupt keinen Grund gehabt, diesen Mann niederzuschlagen. Er kenne den Geschädigten gar nicht. „Ich saß an der Bar und trank Bier, und der Geschädigte saß am Spielautomaten“, schilderte der Angeklagte die Ausgangssituation. „Plötzlich kam Bewegung in die Szene und zwei Männer sind rausgegangen.“ Er seinerseits hätte ebenfalls das Lokal verlassen, fuhr der Beschuldigte fort. 

Opfer entlastet Angeklagten

Wer den Angeklagten vor Gericht entlastete, war der 43-jährige Geschädigte. Der Angeklagte könne gar nicht der Schläger gewesen sein, da dieser vor ihm war und der Schlag von hinten gekommen sei. Er vermute aber, meinte der Geschädigte, dass der Mann mit den zwei Schlägern hinter ihm befreundet sei. Eine 21-jährige Bedienung der Kneipe machte den Angeklagten auch nicht als Schläger aus, hatte aber beobachtet, wie dieser Flaschen auf den am Boden Liegenden geworfen habe. Sie habe sich um den Verletzten gekümmert und die Polizei gerufen. Für den Schlag in Verdacht geraten war der Beschuldigte gerade durch die Bedienung. Sie hatte ihn bei der Polizei identifiziert. Mit über 2,8 Promille war der Angeklagte zu betrunken, um direkt nach der Tat vernommen zu werden. Laut Bundeszantralregister hat er in Rumänien, Italien und Deutschland schon einiges auf dem Kerbholz. Straftaten begehe dieser Mann fast immer unter Alkoholeinfluss, stellte der Staatsanwalt fest und forderte sechs Monate Haft auf Bewährung, drei Gespräche bei der Suchtberatung sowie die Zahlung von 900 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung. Das Gericht ließ es bei der ganzen Sache mit einer Geldstrafe bewenden.

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