Etwa drei Jahre wird die Schillerstraße in Ludwigsburg zum Nadelöhr im Innenstadtverkehr. Die Kreissparkasse erweitert ihren Hauptsitz und belegt für die Baustelle eine Fahrspur (die BZ berichtete).

Wie der Verkehr durch die drei verbleibenden Meter geleitet wird, darüber streiten Gemeinderäte der CDU und der Freien Wähler mit der Stadtverwaltung. Die möchte Radfahrern eindeutig den Vorrang geben. Einige Kommunalpolitiker wollen Autofahrer im Windschatten des Radverkehrs nicht unnötig leiden lassen. Deswegen muss die Stadt die geplante Verkehrsführung überarbeiten. Fest steht die Richtung der Einbahnstraße vom Schillerplatz stadtauswärts.

Kurz, aber viel befahren

Die Schillerstraße ist wenige Hundert Meter lang und immer gut befahren. Das liegt zum Teil daran, dass Autofahrer sie als Alternative zu der noch mehr befahrenen Friedrichstraße wählen. Um auf die B 27 zu kommen, müssen die Autofahrer aber mitten durch die Innenstadt. Bürgermeister Michael Ilk würde den Durchgangsverkehr gerne unterbinden. Die Mehrheit des Gemeinderats hat bislang nicht mitgezogen. Nun besteht Hoffnung, dass die während der langen Baustellenzeit nur eingeschränkt nutzbare Straße bei den Durchfahrern den Ruf eines Schleichwegs verlieren könnte. „Der Verkehr muss nach außen abfließen können“, begründet Ilk im Technikausschuss des Gemeinderats, warum seine Fachleute Ost-West als Fahrtrichtung gewählt haben. Seine damit verbundene Botschaft lautet: Der Verkehr findet ohne Umwege aus der Innenstadt heraus, aber nicht hinein.

Schüler nutzen Schillerstraße

Die nächste Herausforderung für die Verkehrsplaner ist, auf einer engen Fahrbahn, den Verkehr so zu organisieren, dass Radfahrer gefahrlos in die Weststadt gelangen. Die Schillerstraße ist ein von Schülern viel genutzter Radweg aus Richtung Schulcampus.

Richard Schlichczin von der Straßenverkehrsbehörde der Stadt schlägt folgendes Szenario vor: Radfahrer aus der Mathildenstraße fahren direkt geradeaus in die Schillerstraße. Die Autos biegen dagegen rechts ab und umfahren den Schillerplatz. Anschließend fahrend sie in die Schillerstraße ein. Radfahrer gewinnen so Zeit, damit sie ungefährdet die Engstelle an der Sparkassenbaustelle passieren können. Blockabfertigung, nennt Schlichczin das.

CDU und Freie Wähler wollen Autofahrern den Umweg nicht zumuten und fordern einen neuen Vorschlag. Eine eigene Ampel für Radfahrer, die früher auf Grün schaltet als die für Autofahrer, kann nach ihrer Auffassung eine Lösung sein, um beide Verkehrsteilnehmer geradeaus losfahren lassen zu können.