Forum Saisoneröffnung ganz im Zeichen Mozarts

Bejun Mehta spielte gemeinsam mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn im Forum in Ludwigsburg.
Bejun Mehta spielte gemeinsam mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn im Forum in Ludwigsburg. © Foto: Werner Kuhnle
Ludwigsburg / Bettina Nowakowski 12.10.2018

Ein singender Dirigent oder ein dirigierender Sänger? Man kann Bejun Mehta weder auf das eine noch das andere festlegen. Weltweit einer der gefragtesten Countertenöre beherrscht der Künstler beide Metiers jedenfalls meisterhaft, sowohl das Singen als auch das Dirigieren, wie er beeindruckend am Mittwochabend im fast ausverkauften Forum in Ludwigsburg zur Eröffnung der Spielsaison 2018/2019 bewies.

Im Zeichen Mozarts

Der Konzertabend stand ganz im Zeichen der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart. Zusammen mit dem spielfreudigen Württembergischen Kammerorchester Heilbronn präsentierte Bejun Mehta in der ersten Hälfte des Programms drei Arien aus Mozarts früher Schaffensperiode. Schon die erste Arie „Ombra felice – Io ti lascio“, von Mozart 1776 geschrieben, offenbarte die Bandbreite von Bejun Mehtas Stimmvolumen: zarte Höhen, geprägt von gefühlvollem Timbre und ausdrucksstarker Mimik. Mit wenigen Gesten, fast unauffällig, dirigierte er dabei zeitgleich das Orchester. Aus der Oper „Mitridate, re di Ponto“, die Mozart als 14-Jähriger komponierte, stammte die zweite Arie „Già dagli occhi il velo è tolto“, die Bejun Mehta mit viel Energie und kraftvoll vortrug. Ebenso bei der dritten Arie „Cara, lontano ancora“ aus der 1771 uraufgeführten Festmusik „Ascanio in Alba“, die er schwungvoll und dynamisch darbot und dafür begeisterten Applaus vom Publikum erhielt. Mit der beschwingten „Sinfonie Nr. 29 A-Dur“, von Mozart als 18-Jähriger 1774 komponiert, wechselte der Countertenor in seine Position als Dirigent ans Pult.

Sänger und Diregent

Mehta dirigierte wie er sang: kraftvoll, mit Ausdruck und voller Energie. Das Württembergische Kammerorchester folgte ihm mit einfühlsamer Spielfreude. Besonders im melodiösen Andante kam der präzise und leidenschaftliche Klang des Orchesters zur Geltung. Für Oberbürgermeister Werner Spec „eine außergewöhnliche Konstellation“, Dirigent und Sänger in einer Person zu erleben: „Das haben wir nicht so oft“. Besonders freute es ihn, dass die Veranstaltung so zahlreich besucht war, ein Verdienst des Künstlerischen Leiters Lucas Reuter, wie Spec meinte. „Ein tolles Programm, das wird vom Publikum goutiert.“ Die faszinierende Stimme von Bejun Mehta, seine Ausstrahlung und seine Einheit mit dem Orchester fand auch beim Publikum große Zustimmung. Der zweite Teil des Abends war einem der bekanntesten Orchesterwerke Mozarts gewidmet. Die „Sinfonie Nr. 41 C-Dur“, bekannter als die „Jupiter-Sinfonie“, entstand 1788, drei Jahre vor Mozarts Tod. Hier kam die symbiotische Übereinstimmung zwischen Orchester und Dirigenten noch einmal zu einem strahlenden Höhepunkt. Minutenlanger Applaus für eine fulminante Eröffnung der Spielsaison im Forum.

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