Die Kreissparkasse (KSK) Ludwigsburg wird im sogenannten Regele-Areal bauen: An der Ecke Schiller- und Gartenstraße werden neben Büros auch Läden und Wohnungen entstehen. „Das ist eine gute Nachricht für die Ludwigsburger“, meint nicht nur der KSK-Vorstandsvorsitzende Heinz-Werner Schulte. Auch Oberbürgermeister Matthias Knecht sieht darin, „eine große Chance für die Stadtentwicklung“. Doch bis das Projekt umgesetzt ist, wird es erst einmal Ärger geben: Im November wird die Schillerstraße zwischen Arsenal- und Gartenstraße für Autos vier Wochen lang gesperrt und von Januar an drei Jahre nur einspurig befahrbar sein.

Seit Jahren will die KSK auf ihren Grundstücken in der City bauen. „Nachdem wir bei der Uhlandstraße sozusagen den Hintereingang erneuert haben, kommt nun unser Vordereingang dran“, scherzt Schulte, der darauf lange warten musste. Denn immer wenn die Bank neue Konzepte für das Areal präsentierte, auf dem bisher noch drei alte Gebäude stehen, hat sich die Stadt quer gelegt. Erst im Frühjahr haben sich alle Parteien auf einen Entwurf geeinigt; am Ende hat ihn auch der Gestaltungsbeirat der Stadt gut geheißen.

Demnach wird sich vor allem zur Schillerstraße hin viel verändern. Ebenerdig sind Läden und Arztpraxen und in den Stockwerken darüber Büros geplant. Ganz oben werden auf einer Grundfläche von 1000 QuadratmeterN bis zu elf Wohnungen entstehen. Der Neubau entlang der Schillerstraße wird viergeschossig, ein Riegel, der senkrecht von der Straße wegführt, fünfgeschossig werden.

Besonders lange war wegen einer Tiefgarage diskutiert worden. Nun wird bis zu drei Stockwerke in die Erde gebuddelt, um unter dem Büro- und Ladenkomplex Platz für 147 Stellbuchten zu schaffen. Die meisten davon werden öffentlich sein, die Tiefgarage wird von den Stadtwerken-Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB) betrieben werden.

Die Verantwortlichen in der Kreissparkasse sind gewarnt: „Wir bauen da wieder auf sumpfigem Gelände“, sagt Schulte. Das kenne man schon von den Neubauten an der Uhlandstraße. Mit anderen Worten: Es müssen viele Stützpfeiler in das teilweise instabile Terrain gerammt werden, um dem Neubau den nötigen Halt zu geben. Auch beim Bau der benachbarten Grundschulmensa an der Gartenstraße war eine Pfahlgründung nötig.

Insgesamt will die KSK für das Projekt 65 Millionen Euro investieren. Die gesamte Bruttogeschossfläche beträgt 12 500 Quadratmeter. Etwa 1300 Quadratmeter davon sollen „für zwei bis drei Einzelhandelsläden“ reserviert sein. „Wir sind da bereits mit Interessenten im Gespräch“, versichert KSK-Vorstandsmitglied Dieter Wizemann. Außerdem hätten auch schon Ärzte ihr Interesse an Praxisräumen auf dem Regele-Areal bekundet.

Bevor die Altgebäude abgerissen werden können, müssen die SWLB die auf das Gelände führenden Gas-, Wasser- und Stromleitungen kappen und die Glasfaserleitungen sowie die Kabel für den Strom und die Straßenbeleuchtung von der Nord- auf die Südseite verlegen. Arbeiten, die vermutlich vier Wochen dauern werden. „Aus Sicherheitsgründen muss die Schillerstraße in dieser Zeit für Autos gesperrt werden“, sagt Bürgermeister Michael Ilk. Nur für Radler und Fußgänger wird es einen Durchlass geben.

Von der Eröffnung des Weihnachtsmarkts bis zum Jahresende soll die Baustelle geräumt sein. Kritisch werde es von Januar an: Für die gesamte Dauer der Bauarbeiten – also bis 2023 – werde die Schillerstraße nur in eine Richtung befahrbar sein, sagt Ilk. Offen ist noch, wie die Ausfahrt aus der Tiefgarage abgewickelt wird.