Ungewöhnliche Sportarten Powerfrauen auf vier Rollen

Ludwigsburg / von Yasina Hipp 23.06.2018

Rollschuhe, Knieschoner, Mundschutz, Helm und Ellbogenschoner. Um beim Rollerderby mitmachen zu können, muss man von oben bis unten geschützt sein. Bei der Sportart geht es mitunter heftig zur Sache und eine volle Ausrüstung ist deswegen ein Muss.

Rebecca Springmann ist eines der ersten Rollergirls in Deutschland und schon seit den Anfängen im Jahr 2007 bei den Barockcity Rollergirls in Ludwigsburg dabei. Wenn sie in ihre Ausrüstung schlüpft und auf den vier Rollen steht, verwandelt sie sich in „Dr. Skully Bones“: „Man muss sich als Sportlerin kein Pseudonym geben, aber irgendwie ist das Tradition und gehört einfach zum Sport dazu.“ Somit stehen neben „Dr. Skully Bones“, auch „Pixie Painful“, „Steff Death“ und weitere Sportlerinnen mit kreativen Kampfnamen auf der Bahn.

Die 35-Jährige weiß, was ihre Sportart gegenüber anderen auszeichnet: „Das Rollerderby ist zeitlos. Jede Frau kann in jedem Alter und in jeder Statur mitmachen. Es ist egal ob man groß, klein, dick oder dünn ist, nur konditionell muss man mithalten können.“ Das Rollerderby gibt es erst seit guten zehn Jahren in Deutschland und Europa, somit ist es eine sehr junge Sportart, was auch noch einmal einen besonderen Reiz ausmache. „Inzwischen haben wir uns erfolgreich von einer Grenzsportart zu einer etablierten Sportart entwickelt“, so Springmann.

Im Januar des vergangenen Jahres hat sich der bisher eigenständige Verein an die Spielvereinigung 07 Ludwigsburg angeschlossen und bildet nun eine Abteilung des Gesamtvereins. Dies bietet den Rollergirls natürlich Vorteile bezüglich Trainingsmöglichkeiten und Unterstützung vonseiten der Spielvereinigung. „Das ist inzwischen ein Geben und Nehmen, was Hand in Hand abläuft. Wir machen Werbung für den Verein, genauso werden wir von ihm beworben“, erklärt Rebecca Springmann. Seit dem Anschluss wurde bei den Rollergirls einiges umstrukturiert, weswegen auch in der letzten Saison kein Team gemeldet wurde. Bisher war die Mannschaft immer in der zweiten von drei Bundesligen in Deutschland angesiedelt, zur nächsten Saison im Frühjahr 2019 soll wieder angegriffen werden.

Derzeit hat die Abteilung der Barockcity Rollergirls rund 30 Mitglieder, sowohl aktive als auch passive und Schiedsrichter. „Über Zuwachs freuen wir uns immer, keine Frage. Man muss nur Interesse an der Sportart mitbringen und sich bewusst sein, dass es ein intensiver Sport auf Rollschuhen ist“, so Rebecca Springmann. Trainiert wird zwei bis dreimal in der Woche. Im Spiel geht es dann darum, dass die sogenannte „Jammerin“ möglichst viele gegnerische Spielerinnen in der ovalen Bahn überrundet. Geschützt wird sie von vier Blockern, dem „Pack“. Für jede Überrundung gibt es einen Punkt, ein Spiel dauert zweimal 30 Minuten.

Rebecca Springmann alias „Dr. Skully Bones“ hat auch nach über zehn Jahren Rollerderby noch nicht genug: „Ich will trotz meiner 35 Jahre erst mal nicht damit aufhören, weil es so viel Spaß macht und innerhalb der Mannschaft ein starker Zusammenhalt, auch außerhalb der Sporthalle, besteht.“

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