Bildung PH Ludwigsburg untersucht Sommerschulen

Ludwigsburg / Frank Ruppert 01.09.2018

Wie kann eine Woche Lernen im besonderen Rahmen während der Sommerferien Schülern langfristig helfen? So könnte man ungefähr die Zielsetzung beschreiben, mit der die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg in diesem Jahr die Sommerschulen im Land begleitet.

Mit 47 Sommerschulen ermöglicht das Kultusministerium meist in den letzten zwei Ferienwochen nach eigenen Angaben mehr als 1300 Schülern ein Bildungsangebot in den Ferien, das Lernen und Freizeit verbindet. In diesem Jahr gibt es 33 Standorte an weiterführenden Schulen, welche für Schüler ab der Klassenstufe 7 offen sind. Erstmals sind außerdem acht Grundschulen und sechs berufliche Gymnasien mit dabei.

„Wir haben 2010 schon die Sommerschule an den Sekundarstufen begleitet und evaluiert. Damals kam heraus, dass nach der einen Woche schon deutlich sichtbare Fortschritte gemacht wurden, diese waren aber nach sechs Monaten wieder verschwunden“, erklärt Dr. Hermann Scheiring, der das Projekt der Evaluation bei der PH verantwortet. 2011 wurden dann den Lehrer an den Regelschulen im Nachgang zur Sommerschule spezielle Hinweise zum Andocken an die Ergebnisse der Sommerschule gegeben und laut Scheiring konnten damals sechs Monate nach der Sommerschule die Fortschritte immer noch beobachtet werden.

Jetzt begleitet die PH erstmals die Pilotprojekte der Sommerschule an Grundschulen und beruflichen Gymnasien. „Für uns ist das auch Neuland, wir sind gespannt“, sagt Scheiring. Während an Sekundarstufen mit einem Online-Formular nach den Fortschritten geforscht wird, gehen zu den Grundschulen Studenten, die vor dem Abschluss stehen, und helfen beim Ausfüllen der Fragebögen. „Wir wollen herausfinden, unter welchen Rahmenbedingungen die Sommerschulen auch an den Grundschulen erfolgreich umgesetzt werden können“, sagt Kultusministerin Susanne Eisenmann. „Die Sommerschule richtet sich an Kinder, die einen Förderbedarf in Deutsch oder Mathe haben“, erklärt Scheiring. Für die Grundschulen wird es allerdings keine Überprüfung nach sechs Monaten geben, das würde laut Scheiring den Rahmen sprengen.

An sechs Standorten wird das Sommerschulkonzept in diesem Schuljahr auch erstmals an beruflichen Gymnasien im ländlichen Raum pilotiert. Das Angebot richtet sich an Schüler, die im kommenden Schuljahr neu am beruflichen Gymnasium starten. Ziel ist es, den Übergang an die neue Schule zu erleichtern und Kooperationen zwischen den Schulen und der Wirtschaft zu stärken. „Die Sommerschule ist grundsätzlich eine gute Sache, weil sie den betroffenen Schülern tatsächlich hilft“, sagt Scheiring. Eine Ausweitung sei natürlich wünschenswert, allerdings brauche man dafür auch  entsprechend viel Personal. Ein Ziel das angesichts des Lehrermangels derzeit unerreichbar scheint.

Das Kultusministerium fördert die Sommerschulen in diesem Jahr mit rund 600 000 Euro. Aus dem Landkreis macht die Hirschbergschule Eglosheim mit. Als Weiterführende Schule gehört sie jedoch nicht zu einem der Pilotprojekte.

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