Sich nach acht Stunden in einer Kornwestheimer Diskothek noch ans Steuer seines Wagens gesetzt zu haben, das hat ein 22-Jähriger aus Heilbronn in einer Verhandlung vor der Strafabteilung des Ludwigsburger Amtsgerichts bitter bereut. Wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr wurde er zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu jeweils 40 Euro verurteilt und bekam zehn Monate Sperre für die Fahrerlaubnis.

Noch auf Probe

Der junge Autofahrer – noch auf Probe – hat nach Auffassung des Gerichts bei seiner Fahrt unter mindestens 1,7 Promille Alkohol nicht nur sein Leben riskiert, sondern auch  das zweier Mitfahrerinnen. Die drei jungen Leute hatten acht Stunden in der Diskothek in Kornwestheim verbracht, als sie sich am 11. November vergangenen Jahres gegen 6.25 Uhr in dem Auto auf den Heimweg machten, der Angeklagte fuhr.

Kurz vor Ludwigsburg kam ihnen eine Streifenwagenbesatzung entgegen. Als der Angeklagte das Polizeifahrzeug sah, gab er Gas, was den Polizeibeamten verdächtig vorkam. Sie stoppten den Wagen, wobei ihnen „ein Schwall Alkohol“ entgegen schlug, und nahmen dem Fahrer die Autoschlüssel ab. Tags drauf, als er seinen Rausch ausgeschlafen hatte, erschien der Heilbronner auf dem Revier und holte seine Wagenschlüssel wieder ab.

Am 10. Januar diesen Jahres wurde ihm aber der Führerschein vorläufig eingezogen. Der Polizist im Zeugenstand beschrieb den Heilbronner als reumütig, einsichtig, freundlich, höflich, ja geradezu zuvorkommend. Eigentlich sei dieser ein ganz „netter Kerl“.

Schlechte Erfahrungen gemacht

Auf der Strecke zu der Kornwestheimer Disko habe er schon seine schlechten Erfahrungen gemacht, fuhr der Polizeibeamte fort. Es sei ja bekannt, dass es „dort ein gewisses Etablissement gibt, in dem immer viel getrunken wird“. Beim Trinken in der Disko, erklärte der Angeklagte vor Gericht, habe er den Überblick darüber verloren, was Whisky-Cola und was pure Cola ist. Er habe wirklich gedacht, er könne in seinem Zustand noch Auto fahren. Seit seiner Begegnung mit der Polizei trinke er im Übrigen keinen Tropfen Alkohol mehr.

Der Verteidiger lobte das „optimale Nachtatverhalten“ seines Mandanten, welcher sich mittlerweile bei einer „renommierten Verkehrspsychologin“ in Behandlung befinde, weil er wegen der Schichtarbeit dringend seinen Führerschein brauche. Das Auto des jungen Mannes, welcher bei seinen Eltern ausziehen und sich auf eigene Beine stellen möchte, ist noch nicht einmal abbezahlt. Seine Fahrerlaubnis war schon einmal weg und ihm erst Ende des Jahres 2016/Anfang 2017 wieder erteilt worden.

Etwas milderes Urteil

„Hinsichtlich der 0,5-Promill-Grenze weiß man, dass man mit mehreren Whisky-Cola nicht mehr fahren darf“, plädierte die Staatsanwältin auf 60 Tagessätze zu jeweils 40 Euro Geldstrafe und 14 Monate Fahrerlaubnissperre.

Das Urteil des Gerichts fiel etwas milder aus und war der Begründung nach als letzter „Warnschuss“ zu verstehen. Wenn er sich noch einmal etwas im Straßenverkehr zu Schulden kommen lasse, sagte Richterin Koblinger, fahre sie „härtere Geschütze“ auf.