S-Bahn Noch viele Hürden zur Stadtbahn

Stadtbahnverkehr in Stuttgart: Bevor durch Ludwigsburg einmal eine Stadtbahn fährt, sind noch viele Hürden zu nehmen.
Stadtbahnverkehr in Stuttgart: Bevor durch Ludwigsburg einmal eine Stadtbahn fährt, sind noch viele Hürden zu nehmen. © Foto: dpa
Ludwigsburg / UWE MOLLENKOPF 13.12.2013
Landrat Dr. Rainer Haas hätte sie gern, doch ob sie tatsächlich kommt, ist offen: die Stadtbahn Ludwigsburg. Im Frühjahr soll ein Gutachten Aussagen zur Wirtschaftlichkeit liefern.

Sie könnte im verkehrsgeplagten Landkreis Ludwigsburg mehr Bürger dazu bringen, das Auto stehen zu lassen und auf die Schiene umzusteigen. Das erhoffen sich die Befürworter einer Stadtbahn Ludwigsburg. Auch Landrat Dr. Rainer Haas gehört zu ihnen. Er verspricht sich viel von dem Schienenprojekt, wenn dadurch etwa Remseck angebunden werden könnte.

Doch ob es dazu kommt, ist noch völlig offen. Dazu müssten noch mehrere Hürden genommen werden, sagt Haas. Erste Hürde ist ein Gutachten, das Nutzen und Kosten des Vorhabens gegenüberstellt. Seine Fertigstellung hat sich jetzt auf das Frühjahr verzögert. Immer mehr Detailfragen seien zu klären, weiß der Landrat. Etwa Platzprobleme am Ludwigsburger Bahnhof.

Nur wenn bei den Betrachtungen ein Kosten-Nutzen-Faktor herauskommt, der größer als 1,0 ist, werde das Projekt weiterverfolgt, so Haas. Dabei werden die Strecke insgesamt, aber auch Teilstrecken wie Ludwigburg-Markgröningen angeschaut. Wenn der Kosten-Nutzen-Faktor unter 1 ist, sei das Vorhaben erledigt, sagt der Landrat, und dieses Gutachten werde auch definitiv das letzte sein.

Wenn nicht, dann kommt die nächste Hürde. Der Landkreischef will dann das Gespräch mit Verkehrsminister Winfried Hermann suchen. Der habe ihm persönlich versichert, dass er eine Stadtbahn begrüßen würde. Haas: "Ich habe das Wort des Ministers, das würde ich gerne einlösen."

Aber auch bei einer Zustimmung Hermanns wäre die Sache noch nicht in trockenen Tüchern. Denn dann kommt es darauf an, wie hoch die Förderung des Landes für die Verkwirklichung der Stadtbahn ist, für die bereits in der Vergangenheit Baukosten in dreistelliger Millionenhöhe veranschlagt wurden. Wenn das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz dahingehend geändert wird, dass das Land nicht mehr 75, sondern nur noch 50 Prozent der Kosten übernimmt, werde es schwierig werden, das Projekt zu stemmen, prophezeit Haas.

Auch in Ludwigsburg muss noch Überzeugungsarbeit geleistet werden. Vielleicht könnte es Skeptiker beruhigen, dass der Landrat wie auch Oberbürgermeister Werner Spec inzwischen zu der Überzeugung gekommen sind, dass die Wilhelm- und die Myliusstraße in Ludwigsburgs Stadtmitte wohl nicht stadtbahntauglich sind. Dort könne stattdessen ein Elektrobus rollen, so der Landrat. Doch CDU-Fraktionschef Klaus Herrmann stellte erst am Donnerstag bei der Haushaltsverabschiedung im Kulturzentrum klar, dass aus Sicht der CDU für die Stadtbahn auf absehbare Zeit kein Geld da sei.

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