Konzert Moop Mama bringen das Scala zum Tanzen und Schwitzen

Die Münchner Band Moop Mama hat am Donnerstagabend im Scala in Ludwigsburg mit Brass-Hip-Hop für Stimmung und ein volle Haus gesorgt.
Die Münchner Band Moop Mama hat am Donnerstagabend im Scala in Ludwigsburg mit Brass-Hip-Hop für Stimmung und ein volle Haus gesorgt. © Foto: Richard Dannenmann
Landkreis Ludwigsburg / Frank Ruppert 28.07.2018

Frischen Wind wolle man ins Scala bringen, sagte Alan Covic, vom Veranstaltungsteam des Scala in Ludwigsburg Das ist den Verantwortlichen mit dem Sommer Kick off am Donnerstag mehr als gelungen. Trotz drückender Hitze haben die zehnköpfige Brassband Moop Mama aus München und Rapper Roger Rekless als Vorband für Festival-Stimmung unter Dach gesorgt. Die Hitze ist dann auch ein Thema des Abends. Rekless, ein treuer Weggefährte der Münchner Kapelle, hat wohl als einziger an diesem Abend einen Pullover an, geißelt sich aber schnell selbst für diese Entscheidung.

Er bringt mit seinem Deutschrap schon nach den ersten Takten fast alle der 800 Zuschauer zum Tanzen. Wie bei Moop Mama gibt es aber auch bei Rekless Zeit für Sozialkritisches. So geht es in einem seiner Stücke um Massenmorde im Kongo. Rekless verbreitet dennoch vor allem gute Stimmung und bereitet den Weg für Moop Mama.

„Wer hatte eigentlich die Idee, ein Clubkonzert mitten im Hochsommer zu machen“, fragt ein schon zu Beginn des Konzerts durchgeschwitzter Keno Langbein im Scherz die Fans. Der Frontmann und Rapper der Marching Band schont sich und die seinen an diesem Abend aber nicht. Die Münchner sind live ein Erlebnis und jeder der Musiker darf im Laufe des Abends in die erste Reihe treten - vom Saxophonisten bis zum Tubisten feiert das Publikum sämtliche Zwischensoli mit viel Applaus.

Texte mit Ironie und Sozialkritik

Dabei beginnt Moop Mama mit dem nachdenklichen „Meermenschen“, das von den Flüchtlingen, die übers Mittelmeer kommen, erzählt. Vor allem zeichnet sich die Band aber neben ihrer großen Musikalität auch dadurch aus, dass sie hintergründige Texte mit Witz und ordentlich stampfenden Beats mischt. Gute Laune Brass-Hip-Hop mit einem Schuss Sozialkritik. Für viel Spaß sorgt auch das Freestyle-Battle zwischen Rekless und Langbein.

Das bunt altersgemischte Publikum feiert Textzeilen wie „Wenn du ein Baum bist, hab ich Liebe für dich“ oder „Alle Kinder sind vor dem Gesetz gleich, außer Ole, der hat Kohle.“ Dass die Münchner nicht nur große Reden schwingen, zeigt, dass sie ein eigenes Label gegründet haben und ihre neue Platte, die im September erscheint, darüber veröffentlichen und nicht bei einem der großen Player im Geschäft.

So weit so gut, aber bei all der Sozialkritik geht es der Band vor allem darum eine gute Zeit mit den Fans zu verbringen. Das gelingt ihnen auch in Ludwigsburg. Handgemachte Musik mit deutschen Rap und viele partytaugliche Hits wie „Alle Kinder“ sorgen dafür, dass schon nach der Hälfte nicht nur die Band komplett durchgeschwitzt ist. Gegen Ende gibt es dann mit ihrem neuen Hit „Molotow“ schon mal einen Vorgeschmack aufs kommende Album sowie drei Stücke als Zugabe. Nach mehr als zwei Stunden verabschieden sich Moop Mama und entlassen ihr durchgeschwitztes aber glückliches Publikum in die laue Sommernacht Ludwigsburgs.

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