Gericht Mit Stöckelschuhen nach der Polizei gekickt

Ludwigsburg / Heike Rommel 06.02.2019

120 Tagessätze zu jeweils fünf Euro Geldstrafe muss eine 28-Jährige kraft Urteils des Ludwigsburger Amtsgerichts bezahlen, weil sie im Einkaufszentrum Marstall in der Ludwigsburger Polizisten angegriffen hat. 

Die renitente Frau, welche sich weigerte, das Center zu verlassen, zielte mit den Armen auf die Köpfe der Beamten und kickte, am Boden liegend, unter Beleidigungen mit ihren zehn Zentimeter hohen Stöckelschuhen gegen diese. Getroffen hat die Angeklagte aus Stuttgart-Obertürkheim die Polizeibeamten nicht, denn diese konnten den Schlägen und Tritten am 4. April vergangenen Jahres gegen 18 Uhr ausweichen. Der Anklage der Stuttgarter Staatsanwaltschaft zufolge wurde die alkoholisierte 28-Jährige zunächst von einem Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes aufgefordert, das Center zu verlassen. Als sich die Frau weigerte, zu gehen, holte der Sicherheitsmann die Polizei zu Hilfe.

Angeklagte ließ sich tragen

Vor dem Revier wollte die Angeklagte nicht aus dem Polizeibus aussteigen und ließ sich stattdessen zum Zellentrakt tragen. Vor der Zelle, in die sie kam, urinierte die 28-Jährige. Vor Gericht erklärte sie, die Polizeibeamten hätten sie nicht auf die Toilette gelassen. „Sie hatte zu keiner Zeit die Absicht, jemanden körperlich zu verletzen“, sprang der Verteidiger für seine Mandantin in die Bresche. „Sie saß in einem Lokal und hat geschlafen.“ Der Rechtsanwalt wörtlich: „Wir wissen alle, dass Gewaltangriffe auf Polizeibeamte in den letzten Jahren drastisch zugenommen haben. Aber dieser Fall passt nicht ins Schema.“

„Ich war betrunken“, klinkte sich die Angeklagte ein. Als sie der Security-Mann aufgefordert habe, nach Hause gehen, hätte sie „nein“ gesagt und ihr Weinglas noch austrinken wollen. An diesem Tag hatte sie ein Vorstellungsgespräch in einem Altenheim versäumt.

Warum die 28-Jährige nach den Worten der ebenfalls anwesenden Polizeibeamtin eingesperrt wurde: „Sie war so betrunken, dass wir sie nicht gehen lassen konnten.“ Der 28-jährige Polizeiobermeister erklärte,  wie er versucht habe, die Tritte der Angeklagten mit den Stöckelschuhen abzuwehren. Er hätte sich auf die Frau drauf gesetzt, bis die Verstärkung im Bus eintraf. Vor dem Marstall, fuhr der Beamte fort, habe „reger Publikumsverkehr“ geherrscht, während von der Angeklagten Widerworte wie „ihr könnt‘ mich mal“ und „ich mach‘ gar nichts“ gekommen seien.

Der Polizist zusammenfassend über die Festnahme der 28-Jährigen, für die es vier Polizisten brauchte: „Bei so etwas hört bei mit der Spaß auf.“ 

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