Neujahrskonzert Mit Klassik und Artistik ins neue Jahr

Das gut zweieinhalbstündige Neujahrskonzert im Forum in Ludwigsburg sorgte für tosenden Applaus beim Publikum. Das Sinfonieorchester Ludwigsburg spielte unter seinem neuen Dirigenten Hermann Dudek.
Das gut zweieinhalbstündige Neujahrskonzert im Forum in Ludwigsburg sorgte für tosenden Applaus beim Publikum. Das Sinfonieorchester Ludwigsburg spielte unter seinem neuen Dirigenten Hermann Dudek. © Foto: Martin Kalb
Ludwigsburg / Bettina Nowakowski 03.01.2018

Glück, Erfolg und Gesundheit“ wünschte Wiebke Richert, Leiterin des Fachbereichs Kunst und Kultur der Stadt Ludwigsburg, fürs neue Jahr dem Publikum in ihrer Begrüßungsansprache. Richert wies auf zwei kulturelle Jubiläen in diesem Jahr hin: Das Forum wird 30 Jahre alt, und die Stadt feiert ihr 300-jähriges Bestehen als Barockstadt. Also viel Grund zum Feiern in Ludwigsburg, und den Auftakt machte das Neujahrskonzert. Natürlich traditionell mit Johann Strauss: Die weltbekannten Melodien des Walzerkönigs „Unter Donner und Blitz“ und „Rosen aus dem Süden“ standen am Anfang des Konzerts auf dem Programm. Dazwischen aber bot das Sinfonieorchester Ludwigsburg unter seinem neuen Dirigenten Hermann Dukek eine erfrischende und abwechslungsreiche Darbietung mit Werken von Tschaikowsky, Debussy, Camille Saint-Saëns, Leroy Anderson, Arturo Márquez, Paul Dukas, Edvard Grieg und Bizet.

„Die Verjüngung hat dem Orchester sehr gut getan“, so stellvertretend für viele aus dem Publikum das Lob eines Ehepaares aus Bietigheim-Bissingen. Sowohl Dirigent Hermann Dukek als auch das Orchester brachten Schwung und Leichtigkeit ins Repertoire. „Wir sind begeistert vom neuen Stil“, meinten auch Zuschauer aus Ludwigsburg.

Hermann Dukek dirigierte erstmals das Neujahrskonzert mit dem harmonisch aufeinander eingespielten Orchester. Die Mischung des Programms traf genau die Leichtigkeit, die den Neuanfang eines Jahres kennzeichnet: Romantisch mit „Clair de Lune“, schwungvoll mit dem Blumenwalzer aus „Der Nussknacker“, temperamentvoll mit südamerikanischen Rhythmen. „Ein Neujahrskonzert ist auch immer neue Musik“, so Hermann Dukek.

Die Uraufführung der „Ballade of James O’Shea“ von Filmkomponistin Meike Stein, die an der Filmakademie Ludwigsburg studiert hat, brachte das Flair von großem Hollywood-Kino ins Forum und wurde vom Publikum begeistert gefeiert.

Zum Publikumsliebling avancierte Martin Mall, der mit seiner musikalischen Jonglage „Cello in Motion“ eine virtuose Verbindung von Klassik und Artistik präsentierte. Was als klassische Kammermusik am Cello spielend begann, entwickelte sich zu einer faszinierenden Artistik mit Bällen auf dem Cellobogen und rhythmischer Jonglage mit Rollen, so genannten „Diabolos“, über die Schnur.

Gelungene Hommage

Besonders gelungen auch die Hommage an die berühmte Jerry-Lewis-Nummer mit der Schreibmaschine. Zusammen mit dem Orchester zu „The Typewriter“ von Leroy Anderson gibt Martin Mall eine humorvolle Einlage, die er noch damit toppt, dass er anschließend statt der historischen „Olympia“-Schreibmaschine ein Smartphone benutzt: „So würde sich dieses Stück heutzutage anhören.“ Höhepunkt war ein „Superselfie“ mit dem Publikum, bei dem Martin Mall einen überdimensionierten Selfiestick auf der Stirn balancierte und ein Foto vom Ludwigsburger Publikum und sich aufnahm, das auf der Facebook-Seite des Orchesters zu sehen sein wird.

Die Spielfreude des Orchesters übertrug sich auf das Publikum, das zum Schluss zum „Radetzky-Marsch“ von Johann Strauss begeistert im Rhythmus mitklatschte. „Sie sind das beste Publikum, das wir dieses Jahr hatten“, lobte Dukek scherzhaft zum Schluss des gut zweieinhalbstündigen Programms. Aber erst nach zwei Zugaben mit nochmaliger Jonglier-Einlage von Martin Mall und minutenlangem Applaus ließen die Zuschauer das Orchester gehen. Musikalisch wie künstlerisch ein gelungener Auftakt und großartiger Start ins neue Jahr.

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