Ludwigsburg Mehr günstige Wohnungen geplant

Ludwigsburg / Heidi Vogelhuber 21.06.2018

Dass in der Region Stuttgart Bedarf an Wohnungen besteht, ist nicht zu leugnen. Beim Pressegespräch am Mittwochmorgen, berichteten Ludwigsburgs Oberbürgermeister Werner Spec, Erster Bürgermeister Konrad Seigfried und der Leiter des Fachbereiches Liegenschaften, Thomas Hugger, von der künftigen Wohnbaulandentwicklung in Ludwigsburg. Die ganze Thematik wurde abends im Gemeinderat detailliert besprochen.

Wie Hugger berichtet, ist in Ludwigsburg ein „negatives Wanderungssaldo“ festzustellen. Ludwigsburg verliert also Einwohner. Das liege nicht etwa daran, dass Ludwigsburg unattraktiv erscheine, ganz im Gegenteil. Vor allem seien es Familien mit Kindern, die aus dem Babyalter kommen, die dann wegziehen, um zu bauen oder um sich andernorts eine größere Wohnung leisten zu können. „Junge Familien bleiben dann dort wohnen, auch wenn ihr Arbeitsplatz in Ludwigsburg ist“, ergänzt OB Spec. Das wiederum befeuere die überfüllte Situation auf den Straßen.

Rückkehr im Alter

Viele ältere Menschen, die aus diesen Gründen einmal weggezogen waren, kehren im Alter zurück, und nehmen sich in Ludwigsburg eine Wohnung. Aufgrund des demografischen Wandels bräuchte man daher jährlich rund 200 Wohnungen, alleine um die Einwohnerzahl Ludwigsburgs halten zu können. Auch an Pflegedienste und Seniorenwohnungen müsse gedacht werden.

Der Bedarf an günstigen Wohnungen ist hoch. „Ludwigsburg hat eine relativ kleine, aber stark besiedelte Gemarkungsfläche“, sagt Hugger. Die Wohnbaulandentwicklung, die den Zeitraum 2015 bis 2023 umfasst, sei positiv. 97 Prozent der geplanten Wohneinheiten konnten zur Realisierung gebracht werden. Das macht insgesamt rund 780 Wohnungen aus. Darunter fällt auch das Baugebiet Muldenäcker West. Dort sind 65 Wohneinheiten (WE) angesetzt worden, davon rund 30 Prozent (25 WE) preisgedämpft. Als „Hoffnungsträger“ bezeichnet Hugger das Baugebiet Schauinsland in Neckarweihingen. Der Bebauungsplan ist abgeschlossen und die Vermarktung durch Investoren, Einzelbauherren und Baugruppeninitiativen beginnt 2019. 174 WE sollen entstehen, davon 40 preisgedämpfte. Die fehlenden drei Prozent resultierten vor allem auf Einwänden von Nachbarn, gerade wenn es um Nachverdichtung geht. „Das ist eines der größten Hemmnisse im Wohnungsbau“, sagt OB Spec. Dachaufstockungen seien in der Theorie ein einfaches Mittel der Nachverdichtung, stoßen in der Praxis aber auf enormen Widerstand.

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