Ein Fahrverbot für Dieselautos wird es in Ludwigsburg vorerst nicht geben. Das hat jetzt das Stuttgarter Regierungspräsidium (RP) in einer lang erwarteten Fortschreibung des Luftreinhalteplans erklärt. „Wir sind natürlich erleichtert“, sagt Bürgermeister Michael Ilk. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) dagegen ist unzufrieden: „Als eine der hochbelasteten deutschen Städte bleibt Ludwigsburg für uns im Fokus“, sagt deren Geschäftsführer Jürgen Resch. Die Klage werde aufrechterhalten.

Tempo 40 und Filtersäulen

„Trotzdem dürfen wir natürlich in unseren Bemühungen für saubere Luft nicht nachlassen“, sagt Ilk. „Wir müssen weiterhin intensiv an Maßnahmen zur Verminderung der Schadstoffe arbeiten.“ Das fordert auch das Regierungspräsidium: Ludwigsburg müsse auf einem Abschnitt der Friedrichstraße Tempo 40 vorschreiben und ebenfalls auf der Friedrichstraße Filtersäulen einsetzen, die die Schadstoffe aus der Luft saugen sollen. Außerdem müssen die Ampelschaltungen in der Stadt so optimiert werden, dass die Fahrzeuge möglichst wenig Stickoxide in die Luft pusten.

Nach Ansicht von Jürgen Resch handelt es sich dabei nur um „lächerliche und unverbindliche“ Instrumente. Die Stadt versuche das Problem „mit Maßnahmen in homöopathischen Dosen“ zu lösen. Die DUH befürchtet, dass dadurch nur die Luft im Umfeld der Messsäule verbessert werden solle, nicht aber die in der gesamten Stadt. Unter anderem soll die Tempo-40-Regel in der Friedrichstraße auf einen Abschnitt von 200 Meter begrenzt sein. Außerdem ist vorgesehen, in nächster Nachbarschaft zur Messstation 23 Filtersäulen aufzustellen. Diese sollen nach Aussagen der Herstellerfirma „Mann + Hummel“ bis zu 40 Prozent der Schadstoffe auf der Luft saugen. Das Regierungspräsidium glaubt indes daran, dass die von Ludwigsburg geplanten und zum Teil bereits in Angriff genommenen Maßnahmen durchaus taugliche Mittel seien, um den Schadstoffgehalt in der Luft deutlich abzusenken.