Bislang fand in Ludwigsburgs Innenstadt einmal im Jahr die Automesse „eMotionen“ statt. Zwei Tage drehte sich alles rund ums Auto – dessen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. „‚eMotionen’ passt irgendwie nicht mehr in die Zeit“, sagt Bürgermeister Michael Ilk beim Pressegespräch am Dienstag. Man wolle weg vom Spartendenken und Mobilität allumfassend betrachten. „Unterschiedliche Verkehrsarten zusammenführen“ war der Ansatz für etwas Neues, erklärt Ilk.

Eintägige Veranstaltung

Das Ergebnis ist der Ludwigsburger Mobilitätstag „Abgefahren – nachhaltig unterwegs“, der am Samstag, 27. April, erstmals und eintägig stattfindet. Von 9 bis 17 Uhr dreht sich in der Barockstadt alles um Elektrofahrzeuge, Fahrräder, Pedelecs, Carsharing, aber auch den ÖPNV. Organisiert wurde er vom neuen Fachbereich Nachhaltige Mobilität und von Tourismus & Events Ludwigsburg. Die neue Veranstaltung lässt keine reinen Verbrennungsmotoren mehr zu, „maximal Hybride“, sagt Melanie Mitna, Veranstaltungsleitung bei Tourismus & Events. Ob das nicht den einen oder anderen Auto-Fan verärgert habe? „Es gab keine absolut ablehnenden Haltungen“, sagt Mitna. Die Anzahl der teilnehmenden Autohäuser und Marken sei aber geschrumpft. „Manche bieten noch keine E-Mobilität an“, so Mitna. Es gebe aber schon einige Oldtimer-Fahrer die bedauern, dass es die Sternfahrt nicht mehr gebe.

Auf der Mathildenstraße, die zwischen dem Parkhaus Rathausgarage und der Seestraße für den Verkehr gesperrt wird, können sich die Besucher des Mobilitätstags mit nachhaltiger Fortbewegung auseinandersetzen: Unter anderem sind sechs Autohäuser mit zehn Marken vertreten. Neben Probefahrten in modernen E-Autos, sind auch zwei 18 Meter lange Gelenkbusse, ein „Lion’s City“ von MAN und ein Mercedes-Benz „Citaro“, ausgestellt, die den Besuchern ein Raumgefühl wie in den für Ludwigsburg geplanten BRT-Schnellbussen geben sollen. Ebenfalls ist ein zwölf Meter langer E-Bus, ein Mercedes Benz „eCitaro“, auf dem Rathaushof ausgestellt. Der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) informiert über seine Tarifreform und die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim über die Ladeinfrastruktur für E-Autos. Außerdem stellt das Stadtmobil (Carsharing) seine Ludwigsburger Flotte vor.

Außer den Bussen ist der Rathaushof vor allem Aktionsfläche für Fahrradthemen, inklusive Radbörse von 11 bis 14 Uhr. Die Polizei hat einen Stand, auch bietet die Verkehrswacht das Ausprobieren einer Rauschbrille an. Die Stadt berichtet über den Ausbau des Radwegenetzes und das Landratsamt über Radtouren durch den Landkreis. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) bietet eine Radcodierung an und Rad-Vereine berichten aus ihrem Vereinsleben. Kulinarisch versorgt werden die Besucher auf dem Akademiehof von sechs Foodtrucks, die bis 21 Uhr geöffnet haben. Dort wird auch ein Programm für Kinder geboten.

Radbörse – Ablauf, Anlieferung, Spende


Der ADFC kümmert sich mit der Firma Naturzeit um die Abwicklung der Radbörse. Die zum Verkauf bestimmten Räder können am Freitag, 26. April, von 14 bis 18 Uhr bei Naturzeit, Seestraße 11-13, oder Samstag, 9 bis 10.30 Uhr, auf dem Rathaushof abgegeben werden. Von 11 bis 14 Uhr wird verkauft, zehn Prozent gehen dabei als Spende an den ADFC Ludwigsburg. Auszahlung sowie Abholung nicht verkaufter Räder erfolgt von 14 bis 15 Uhr. Bei Einverständnis der Verkäufer werden nicht verkaufte Artikel vom Kreisdiakonieverband Ludwigsburg abgeholt und für das Projekt „Rat und Tat“ verwendet. hevo