"Das geht ab wie nix", war die erste Reaktion von Bürgermeister Konrad Seigfried nach einer Probefahrt mit dem "Ludwigsburg Bike". Zusammen mit Oberbürgermeister Werner Spec und Baubürgermeister Hans Schmid testete er am Montag die neuen Dienst-Pedelecs der Verwaltung. Sieben Exemplare stehen nun den Mitarbeitern zur Verfügung.

Die Fahrräder mit Elektromotor sind Teil der Kampagne zur nachhaltigen Fortbewegung der Stadt, welche eine von drei Modellkommunen für Elektromobilität in Baden-Württemberg ist. Die Verwaltungsmitarbeiter haben bereits während einer Testphase im Jahr 2011 Erfahrungen mit Pedelecs gesammelt. Dabei hatten sich die umweltfreundlichen Fortbewegungsmittel, die mit Ökostrom aufgeladen werden, als besonders praktisch im Arbeitsalltag erwiesen, vor allem auf kurzen Strecken, zum Beispiel durch die Innenstadt. Sie seien "anzug- und kostümtauglich", hob Oberbürgermeister Spec bei der Präsentation vor dem Rathaus hervor. Der Elektromotor, der den Benutzer beim Radeln unterstützt, sorgt dafür, dass niemand schweißgebadet zurück ins Büro kommt.

Nach den Worten von Olaf Dienelt vom Referat Nachhaltige Stadtentwicklung wurde auch bei der Produktion der Räder auf Nachhaltigkeit geachtet. Die Teile stammten zu 80 Prozent aus Baden-Württemberg: Der Hersteller kommt aus Freiberg, der Motor aus Albstadt, die Gepäcktaschen sind aus Tettnang.

Die Stadt hat die Pedelecs für 133 Euro pro Rad und Monat geleast. Die Laufzeit beträgt drei Jahre. Versicherung und Service sind dabei inklusive. Bei einem Kauf würde ein Rad nach Auskunft der Stadtverwaltung 2.400 Euro kosten. Vorteil des Leasings: Die Stadt muss sich nicht um Service und Wartung kümmern, das übernimmt ein Ludwigsburger Fachhändler.

Und so funktionierts: Wer in der Stadtverwaltung ein Dienstpedelec benutzen möchte, kann sich via Computer in einem Kalender ein solches reservieren. Allerdings sind laut Olaf Dienelt noch einige organisatorische Vorarbeiten nötig, bevor man richtig durchstarten kann. Die Pedelecs reihen sich in Ludwigsburg ein in eine Elektrofahrzeugflotte, die inzwischen fünf Elektroautos, zwei Roller und einen Segway umfasst. Und die drei Dezernenten fahren Hybridautos. Der Stadt schwebt vor, dass die "Ludwigsburg Bikes" später auch von Privatpersonen und Firmen erworben werden können. Zunächst wolle man aber sehen, wie ihr Einsatz in der Verwaltung anlaufe, meint Lena Hörter vom Referat Nachhaltige Stadtentwicklung.

Auch in anderen Kommunen setzt man auf die neuen Fortbewegungsmittel. So hat die Landeshauptstadt Stuttgart Pedelecs für Rathausmitarbeiter angeschafft, und auch in Freiberg beflügeln zwei Elektrofahrräder die Verwaltung. Außerdem hat die EnBW einer Reihe von Gemeinden im Landkreis Ludwigsburg für einen verbilligten Anschaffungspreis E-Bikes zur Verfügung gestellt. Die Rathäuser nahmen damit an einem Forschungsprojekt des Energiekonzerns teil.

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