Die Stadt Ludwigsburg plant ein BRT-System („Bus Rapid Transit“, englisch für Schnellbus-System). Als erste Stadt in Deutschland hat Ludwigsburg dafür einen Antrag auf Programmaufnahme in das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) gestellt. Das teilt die Stadt am Mittwoch mit. Dies sei die entscheidende Vorstufe, damit das BRT-Netz durch das Land Baden-Württemberg gefördert werden kann. Dafür haben die städtischen Verkehrsplaner ein integriertes Verkehrskonzept entwickelt, so die Mitteilung weiter. Das Konzept sehe zeitnahe Verbesserungen des ÖPNV vor, in Kombination mit einem Ausbau der Rad-Infrastruktur. Zusammen ergebe sich ein „multimodales Mobilitätssystem“ – was bedeute, dass den Verkehrsteilnehmern mindestens zwei Verkehrsmittelalternativen zur Verfügung stehen.

Elf Kilometer lange Trasse

Geplant sei ein elf Kilometer langes, integriertes System, das auf einer Ost-West-Trasse Remseck-Neckargröningen mit der Ludwigsburger Weststadt verbindet. Es handele sich dabei um die verkehrsstärkste Achse in Ludwigsburg: Im Osten der Stadt überwiegen die Wohngebiete, im Westen die Arbeitsplätze. Diese Trasse bilde das Rückgrat für den Aufbau eines integrierten BRT-/Bus-Netzes, das zusätzlich schnelle Verbindungen in die Region ermöglichen soll. Um am Stau vorbeizukommen, sollen BRT-Busse größtenteils auf eigenen Spuren fahren. Barrierefrei und komfortabel sollen die Fahrgäste pünktlich ans Ziel kommen, denn die Busse sollen  an Ampeln konsequent bevorrechtigt werden. In der Barockstadt sollen dafür Fahrzeuge mit Elektroantrieb, aber ohne Oberleitungen, zum Einsatz kommen.

Von den geplanten Verbesserungen – wie eigene Trassen und Bevorrechtigung an den Ampelanlagen – profitiere der gesamte Busverkehr. Außerdem würde für einen Großteil der Strecke auch eine neue Infrastruktur für Radfahrer entwickelt. Bei bereits bestehenden städtebaulichen Projekten wie „Transformation West“, ZIEL (Zentrale Innenstadtentwicklung Ludwigsburg), Fuchshof oder Sport-Kultur-Schul-Areal Oßweil werde das BRT-System bereits mitgedacht. Ein anderer wesentlicher Punkt sei die Barrierefreiheit: Sämtliche BRT-Haltestellen müssen ohne fremde Hilfe nutzbar sein. Dazu zählt ihre Ausstattung mit digitalen Fahrgastinformations-Anzeigern, Text-to-Speech-Tastern (eine Funktion zur Sprachausgabe für Texte) und Leiteinrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Wie das Konzept vom Gemeinderat aufgenommen wird, steht morgen in der BZ.