Eine Geldstrafe in Höhe von 50 Tagessätzen zu je 200 Euro und sechs Monate Sperre für die Fahrerlaubnis hätte ein Landwirt wegen einer Auseinandersetzung mit Hundebesitzern hinnehmen müssen, wenn er nicht Einspruch eingelegt hätte. Sein Verfahren bekam er vom Ludwigsburger Amtsgericht eingestellt, mit der Auflage, dass er 2000 Euro an den Tierschutzverein und 1000 Euro Schmerzensgeld an einen der Hundebesitzer bezahlt. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft warf dem 74-jährigen Landwirt vor, er sei dem 53-jährigen Hundespaziergänger am 13. Juli vergangenen Jahres auf dem Feldweg von der Strombergstraße in Ludwigsburg Richtung Osten mit dem Auto über den Fuß gefahren und hätte sich darüber hinaus als ungeeignet zum Führen von Kraftahrzeugen erwiesen. Strafbar als fahrlässige Körperverletzung und unerlaubtes Entfernen vom Unfallort.

Während der Getreideernte

Der Angeklagte erklärte, er sei gerade bei der Getreideernte gewesen, als vier Hundebesitzer den Weg nicht frei gemacht hätten. Der 53-Jährige hätte sich zu seinem Autofenster hinein gebeugt mit einer Hundekette in der einen Hand und die andere Hand zur Faust geballt. Das hätte ihm Angst gemacht und er sei langsam weiter gefahren, als es plötzlich einen Schlag getan hätte. Das sei die Hundekette gewesen. Die Hundebesitzer hätten gesagt, sie rufen die Polizei. „Ich bin auf dem Feld“, habe er gesagt und seine Ernte fortgesetzt sowie der Polizei bis 22.30 Uhr auf dem Feld zur Verfügung gestanden. Der Hundebesitzer sagte im Zeugenstand etwas ganz anderes, er und seine drei Begleiterinnen seien wegen des Dreschens extra einen Umweg gegangen.

Auto taucht plötzlich auf

Plötzlich sei ein Auto „angeschossen“ gekommen und es sei nicht genügend Zeit gewesen, die fünf Hunde anzuleinen. Ihm sei der Landwirt über den Fuß gefahren und einen Hund hätte er am Hintern auch erwischt. „Dann ist er die Strombergstraße hinunter geheizt wie ein Blöder“, fuhr der Hundebesitzer fort. Seinen Job als Monteur habe er wegen des Vorfalls kündigen müssen. Eine weitere Zeugin sagte, sie sei froh, dass sie an jenem Tag ihren Kinderwagen nicht dabei gehabt habe. Auf sie hätte der Autofahrer den Eindruck gemacht, als habe er etwas getrunken.

„Mich hätte er beinahe über den Haufen gefahren, wenn ich nicht zur Seite gesprungen wäre“, meinte die Zeugin, der Landwirt habe gar keinen Grund gehabt, dort zu fahren. Die Lebensgefährtin des am Fuß Verletzten schilderte, der Landwirt habe ihnen vorgeworfen, die Hunde würden alles kaputt machen und die Äcker voll koten.