KulturRegion Kunst mit Brauereikesseln

Kreis Ludwigsburg / Gabriele Szczegulski 27.06.2018

Beim Jahresprojekt 2018 der KulturRegion unter dem Motto „Drehmoment“ trifft Kunst auf Produktion in Wirtschaftsunternehmen. In 22 Städten und Gemeinden der Region entstehen derzeit innovative Kunstprojekte zusammen mit regional ansässigen Unternehmen – vom „Global Player“ bis zum Handwerksbetrieb.

Der künstlerische Leiter des Projekts, Benjamin Heidersberger, hat die Unternehmen mit mehr als 25 Künstlern zusammengebracht, die sich kreativ mit den Produktionsprozessen und Branchen auseinandersetzen.

In Ludwigsburg, so die Leiterin des Fachbereichs Kultur, Wiebke Richert im Gespräch mit der BZ, stehe ein Projekt schon fest: Die Ludwigsburger Firma Ziemann Holvrieka, die Brauereikessel und -anlagen produziert, „zeigte sich sehr offen für das Kunstprojekt“, so Richert. Das Künstlerduo „Reinigungsgesellschaft“ aus einem Künstlerlabor aus dem Ruhrgebiet hat schon mehrere Arbeitsaufenthalte in der Ludwigsburger Traditionsfirma absolviert.

Skulptur soll in Firma

Entstehen soll eine Skulptur mit Erzeugnissen der Firma, die dann bei Ziemann Holvrieka aufgestellt wird. Ein zweites Unternehmen, so Richert, werde derzeit gerade für ein zweites Kunstwerk kontaktiert.

Für die Finanzierung der lokalen Projekte, so Richert, habe die Stadt ein Extra-Budget eingestellt, während die KulturRegion alle zentralen Kosten übernehme. Die Eröffnung von „Drehmoment“ findet am 4. Oktober in Stuttgart statt, Richert kündigt aber eine lokale Eröffnung des Kunstprojekts in Ludwigsburg für den 5. Oktober an.

Das Projekt „Drehmoment“ entstand in enger Kooperation mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart und soll Raum für Innovationen schaffen, indem es gewohnte Abläufe aufbricht und neue Sichtweisen ermöglicht. Die Resultate werden vom 4. bis 28. Oktober im Rahmen eines Festivals vorgestellt.

Werner Spec, der Vorsitzende der KulturRegion Stuttgart und Oberbürgermeister von Ludwigsburg, wies bei der letzten Sitzung des Wirtschaftsausschusses der Region Stuttgart zunächst darauf hin, dass ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Arbeit der KulturRegion in der gesicherten finanziellen Unterstützung durch den Verband liege. „Dadurch können wichtige Projekte früher angegangen und erfolgreich umgesetzt werden“, so Spec.

Kunst trifft auf Produktion

Im vergangenen Jahr widmete sich die KulturRegion mit der Kampagne „#sprichklartext“ dem Sprachgebrauch in Alltag, Kultur und Politik. Prominente Wort- und Sprachkünstler veranstalteten mit jungen Menschen Workshops für Poetry-Slam-Beiträge, an denen in der gesamten Region rund 600 Menschen teilnahmen. Die Projekte wurden von einer umfangreichen Kampagne der KulturRegion in den sozialen Netzwerken begleitet.

Planungen für die Zukunft

Bettina Pau, die Leiterin der KulturRegion Stuttgart skizzierte für die Ausschussmitglieder auch die Planungen für die nächsten Jahre. So soll die Kampagne 2019 „Private Paradiese? – Geschichten hinter der Fassade“ heißen und Menschen vorstellen, die nicht im Rampenlicht stehen. Dieses Thema wird 2020 unter dem Arbeitstitel „Rückzugsorte“ weitergeführt. Für die Jahre 2021 bis 2024 möchte die KulturRegion dann Projekte mit Bezug zur Internationalen Bauausstellung (IBA) 2027 StadtRegion Stuttgart entwickeln.

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